Liechtensteins Machthaber hoffen, dass diese Untoten ins Grab sinken.
Ende Mai erschien ein erster Artikel bei Reuters. Berichtet wurde von rund 475 Trusts, deren Leiter zurückgetreten waren. Im Juli ging’s dann international Schlag auf Schlag.
United24 Media brachte den Skandal am besten auf den Punkt:
«US-Sanktionen verwandeln Liechtenstein in einen Friedhof für russische Vermögens-Konstrukte».
Und als die Financial Times am 7. Juli das Thema aufnahm und den Begriff der Zombie-Trusts endgültig etablierte, war bereits von bis zu 800 betroffener Strukturen die Rede.
Und nun? Wie geht’s weiter?
Liechtenstein setzt auf die übliche Schneckengeschwindigkeit. In der Hoffnung, dass das Problem doch einfach von selbst verschwinden möge.
Denn auch bisher wurde nicht gerade rasant gehandelt.
Seit 2022, seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine, sanktionieren die USA russische Personen und Institutionen. Ihre Behörde Ofac kümmert sich dabei auch um Helfershelfer, also Finanzintermediäre, Treuhänder und Banken, die diese Vermögen verwalten.
Erst im September 2024 reagierte die Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht (FMA) und forderte plötzlich eine «Null-Toleranz-Politik» gegenüber sanktionsexponierten Klienten.
Wohlgemerkt reichte nun der blosse Verdacht oder einfach Schiss des Verwalters – und der von ihm für gutes Geld betreute Trust stand plötzlich herrenlos da.
Das ist ein Problem. Diese Trusts können ohne Organe logischerweise nicht handeln. Keine Zahlungen ausführen, kein Instandhalten von Vermögen. Milliardenwerte sind eingefroren, Immobilien verfallen, Firmenanteile blockieren Unternehmensentscheidungen. Begünstigte (oft völlig Unbeteiligte) kommen nicht mehr an ihr Geld.
Den Treuhändern kommt dabei, wie immer, die Liechtensteiner Gesetzgebung entgegen. Sie können ihr Mandat jederzeit niederlegen, ohne das geringste Haftungsrisiko.
Nun könnte ein Gericht Interimsorgane oder Liquidatoren einsetzen. Nur: niemand will ein solches heikles Mandat übernehmen.
Und was tut Liechtenstein gegen diese neuste Beschädigung seines Rufs? Man habe eine «Task Force» eingesetzt, die Lösungsvorschläge erarbeiten soll.
Ein Vierteljahr ist inzwischen verstrichen. Ergebnisse, Lösungsvorschläge, Deblockieren von eingefrorenen Vermögenswerten von Besitzern, die nirgends auf einer Sanktionsliste stehen? Denen also ihr Geld widerrechtlich vorenthalten wird?
Ach was, in Liechtenstein doch nicht. Da ist die Heirat einer Tochter des herrschenden Erbprinzen ein Ereignis, das viel mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als das Blockieren von lediglich 20 Milliarden US-Dollar.
Man muss schliesslich Prioritäten setzen.




Problem aussitzen und schöne Hochzeitsfotos anschauen…
Liechtensteins Banken wie LGT, VP Bank und LLB sind auf Dollar-Transaktionen angewiesen, die über US-Korrespondenzbanken laufen. Gerät eine Bank auf die OFAC-Sanktionsliste, droht der Verlust dieser Verbindungen – was einem wirtschaftlichen Todesurteil gleichkäme
Vielleicht glaubt man im Ländle, die 800 Russen werden sich schon beruhigen und ihre Trusts einfach vergessen?
Der Fürst hat sich weder beim Staatsfeiertag am 15. August noch bei der Hochzeit am 30. August in der Öffentlichkeit gezeigt, er ist abgetaucht. Nur in die Kirche hatte er sich geschlichen. Offenbar ist er von Angst getrieben, wütende Russen könnten es auf ihn abgesehen haben.
Liechtenstein hat seine Vertrauenswürdigkeit als Finanzplatz verloren. Die ständigen Skandale, die Korruption, die selbst die Antikorruptionsbehörde des Europarats GRECO anprangert und die 800 Zombie Trusts zeichnen ein Bild von einem Wildwest Staat ohne jegliche Vertrauenswürdigkeit. Damit ist Liechtenstein als Finanzplatz tot.
Tagesspiegel: «Liechtenstein: Hort der Kriminellen»
Das Fürstentum Liechtenstein ist offenbar nicht nur für Steuerflüchtlinge sondern auch für alle Arten von Kriminellen ein Paradies. Eine spanische Zeitung berichtet über Gelder aus Drogengeschäften und Korruption, die in das Land geflossen sind.
https://www.tagesspiegel.de/politik/liechtenstein-hort-der-kriminellen-1619899.html
Liechtenstein steht seit Jahren im Fokus internationaler Kritik, wenn es um die Rolle von Treuhändern bei der Verwaltung milliardenschwerer Vermögenswerte geht. Drei prominente Skandale – Perry, Bacardi und Hartlaub – zeigen exemplarisch, wie Treuhänder gehandelt haben:
Skandal Perry: Streit um ein verschwundenes Milliardenvermögen
Im Zentrum des Perry-Skandals steht die Familie des israelischen Unternehmers Israel Perry, die seit Jahren versucht, Zugriff auf ein in Liechtenstein verwaltetes Vermögen zu erhalten. Als Hauptakteure gelten:
• Dr. Dieter Neupert, der als Treuhänder agierte.
• Die Treuhandgesellschaft Lopag Trust, vertreten durch die Direktoren Louis Oehri und Dominik Naeff.
Die Vorwürfe reichen von der missbräuchlichen Kontrolle über Trust-Strukturen bis zur Entnahme hoher Verwaltungsgebühren (über CHF 10 Millionen) – alles unter dem Schutz der liechtensteinischen Justiz, die Begünstigten oft wenig rechtliche Handhabe bietet.
Skandal Bacardi: Streit um ein Milliardenvermögen
Der „Bastille Trust“, gegründet vom Bacardi-Erben Luis Bacardi, verwaltet Aktien im Wert von über 700 Millionen Euro. Nach seinem Tod entbrannte ein Rechtsstreit zwischen seiner Witwe Monika Bacardi und den Treuhändern, insbesondere:
• Bernhard Lorenz, ein Liechtensteiner Treuhänder, der den Trust verwaltet.
Monika Bacardi und ihre Tochter Maria Luisa Bacardi werfen den Treuhändern vor, sie aus dem Stiftungsrat entfernt und den Zugriff auf das Vermögen blockiert zu haben – trotz gegenteiliger Absichten des Stifters.
Skandal Hartlaub:
Im Skandal Hartlaub geht es um die Verwaltung eines Familienvermögens und die Rolle der neuen Stiftungsräte
• Philipp Wanger
• Dr. Martin Batliner
Die Vorwürfe:
• Interessenkonflikte und überzogen hohe Honorare der neuen Treuhänder (CHF 700’000 pro Jahr).
• Versuche dem Begünstigten dessen Begünstigung zu entziehen
Der Fall wirft Fragen zur Unabhängigkeit der Justiz und zur Transparenz bei der Bestellung von Stiftungsräten auf.
Die drei Skandale belegen exemplarisch, dass Liechtenstein als Finanzstandort nicht die erforderliche Rechtssicherheit und Zuverlässigkeit bietet.
FAZ in aller Deutlichkeit:
Luxusleben auf Kundenkosten: Wenn der Treuhänder in die Kasse greift
Seit Jahren erschüttern Betrugsskandale den Finanzplatz Liechtenstein. Treuhänder betrügen ihre Kunden um Millionen. Doch während die Finanzaufsicht schärfere Kontrollen fordert, wiegelt die Regierung ab.
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/finanzbetrug-liechtensteins-problem-mit-den-treuhaendern-15760291.html
Warum lassen sich das die anständigen Treuhänder in Liechtenstein gefallen, dass Ihnen von einigen kriminellen Treuhändern der Ruf kaputt gemacht wird? Oder haben sie Angst vor „oben“, von wo aus die ganzen Machenschaften gebilligt werden?
Die 800 Zombie Trusts, bei denen die wirtschaftlich Berechtigten, hier offensichtlich Russen nicht mehr an ihre Vermögenswerte kommen, legen offen, wie unsicher Liechtensteinische Trusts sind. Der Fürst zeigt sich nicht mehr in der Öffentlichkeit, schleicht sich heimlich wie ein Schlossgespenst bei der Hochzeit in die Kirche und wieder hinaus. Er scheint nicht nur in Angst, sondern in Panik zu sein, da wütende Russen wohl nicht immer zimperlich sind.
Wovor hat der Fürst Angst? Vor wütenden und gewalttätigen Russen oder davor, selbst sanktioniert zu werden?
Wenn die Russen noch länger von ihren Vermögen abgeschnitten werden, kann man doch darauf warten, bis die erste Autobombe in Vaduz explodiert, das ist doch so üblich in Moskau.
Wirtschaftskriminalität und organisierte Kriminalität in Liechtenstein sind ein ernstes Problem, das viele Betroffene vor große Herausforderungen stellt. Als überregionale Rechtsanwaltskanzlei haben wir solche Fälle bearbeitet und möchten Ihnen wichtige Ratschläge geben:
1. Entscheidungen der Liechtensteiner Gerichte anfechten:
Sollten auch Sie Entscheidungen von Liechtensteiner Gerichten erhalten haben, die nicht neutral erscheinen, eskalieren Sie Ihren Fall bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Es ist bekannt, dass Liechtensteiner Gerichtsentscheidungen oft nicht neutral sind. Acht von zehn Beschwerden zum EGMR hatten Erfolg. Die Liechtensteiner Gerichte sind an die Entscheidungen des EGMR gebunden.
2. Meldung an das Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft:
Melden Sie Ihren Fall dem Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft in Bern, einer Außenstelle des amerikanischen Justizministeriums. Aufgrund des RICO Act, eines besonderen amerikanischen Gesetzes, hat dieses Büro weltweite Zuständigkeit im Kampf gegen kriminelle Vereinigungen. Der RICO Act wurde beispielsweise im Verfahren gegen weltweit verstreute Funktionäre der FIFA angewendet.
Kontakt:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
Sollten Ihre Liechtensteiner Rechtsanwälte davon abraten, bedenken Sie, dass diese möglicherweise ihre eigenen Interessen als Liechtensteiner vertreten und nicht Ihre.
Economic crime and organized crime in Liechtenstein are a serious problem that poses significant challenges for many affected individuals. As a law firm, we have handled such cases and would like to offer you some important advice:
1. Challenge Decisions of Liechtenstein Courts:
If you as well have received decisions from Liechtenstein courts that do not appear to be neutral, escalate your case to the European Court of Human Rights (ECHR). It is well-known that decisions from Liechtenstein courts are often not neutral. Eight out of ten complaints to the ECHR have been successful. Liechtenstein courts are bound by the decisions of the ECHR.
2. Report to the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy:
Report your case to the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy in Bern, a branch of the U.S. Department of Justice. Due to the RICO Act, a special US-law, this office has worldwide jurisdiction in the fight against criminal organizations. The RICO Act was, for example, applied in the proceedings against FIFA officials scattered around the world.
Contact:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
If your Liechtenstein lawyers advise against this, be aware that they may be representing their own interests as Liechtensteiners and not yours.
El crimen económico y organizado en Liechtenstein es un problema serio que plantea grandes desafíos para muchas personas afectadas. Como bufete de abogados regional, hemos manejado tales casos y queremos ofrecerle algunos consejos importantes:
1. Impugnar las decisiones de los tribunales de Liechtenstein:
Si ha recibido decisiones de los tribunales de Liechtenstein que no parecen ser neutrales, escale su caso hasta el Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH). Es bien sabido que las decisiones de los tribunales de Liechtenstein a menudo no son neutrales. Ocho de cada diez quejas ante el TEDH han tenido éxito. Los tribunales de Liechtenstein están obligados por las decisiones del TEDH.
2. Informar a la Oficina del Agregado Legal de la Embajada de EE.UU.:
Informe su caso a la Oficina del Agregado Legal de la Embajada de EE.UU. en Berna, una rama del Departamento de Justicia de EE.UU. Debido a la Ley RICO, una ley estadounidense especial, esta oficina tiene jurisdicción mundial en la lucha contra las organizaciones criminales. La Ley RICO se aplicó, por ejemplo, en los procedimientos contra los funcionarios de la FIFA dispersos por todo el mundo.
Contacto:
Embajada de EE.UU. en Suiza y Liechtenstein
Attn: Oficina del Agregado Legal
Sulgeneckstrasse 19
3007 Berna
Si sus abogados en Liechtenstein le aconsejan en contra de esto, tenga en cuenta que pueden estar representando sus propios intereses como liechtensteinianos y no los suyos.
En conclusión, enfatizamos la importancia de tomar medidas decisivas contra el crimen económico y organizado. No dude en hacer valer sus derechos y tomar las medidas necesarias.
Regtechtimes nennt Liechtenstein «Europas Finanz- Bermuda Dreieck»
Regtechtimes (USA): Europe’s Financial Bermuda Triangle: 800 Liechtenstein Trusts Abandoned in Sanctions Fallout
https://regtechtimes.com/panic-in-liechtenstein-zombie-trust-scandal/
Die Strategie der Liechtensteiner ist genial: wenn man einfach abwartet, dann legt sich der Staub und die 800 wütenden Russen vergessen, dass sie ja ein Vermögen, ihre Jacht und ihr Flugzeug hatten. Einfach genial, klappt bestimmt,
Die Welt: „Abschied von Europas letztem Geld-Paradies“
Der Name Liechtenstein taucht immer dann auf, wenn es um große Vermögen geht. Denn im Fürstentum scheint Geld sicherer aufgehoben zu sein als anderswo. Doch immer mehr Fälle lassen Zweifel am zentralen Versprechen des Alpenlandes aufkommen.
Die Zombie Trusts stellen den GAU, den grössten anzunehmenden Unfall für Liechtenstein dar – und zwar sowohl wirtschaftlich als auch reputationsbezogen. Als Finanzplatz ist Liechtenstein mausetot, denn niemand kann Liechtenstein mehr vertrauen.
Die Reputation Liechtensteins war sowieso schon schwer beschädigt durch die zahlreichen Skandale und die Vorhaltungen der Antikorruptionsbehörde des Europarats GRECO wegen Korruption im Land. Die zombie trusts sind nicht der tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, sondern sind ein Fass, das über ein bereits fast überlaufendes Fass geschüttet wurde.
In einem aktuellen Bericht fordert die Staatengruppe des Europarates gegen Korruption (GRECO) Liechtenstein dazu auf, Maßnahmen zur Korruptionsprävention bei hochrangigen Exekutivpersonen zu ergreifen. Dazu zählen Regierungsmitglieder und sogar der Fürst.
Die betroffenen Zombie Trusts enthalten Vermögenswerte im Wert von mehreren Millionen bis Milliarden Dollar. Wenn Liechtenstein bei der Lösung dieses Problems versagt, ist sein Ruf als globaler Finanzplatz zerstört.
Hundreds of entities in legal paralysis in the principality after US sanctions trigger wave of director resignations
«Die Liechtensteiner Veruntreuhänder
Im Fürstentum sorgt die Treuhänderzunft regelmässig für Skandale. Auch eine neue Gesetzgebung ändert wenig daran.»
https://www.dieostschweiz.ch/artikel/die-liechtensteiner-veruntreuhaender-NY1vgNg