Fürstenfest ohne Fürst. Da ist ihm einiges erspart geblieben.

Wieso eigentlich am 15. August? Darauf ist die Antwort, wie bei so vielem in Liechtenstein, ganz einfach: darum. Einfach so. Wieso nicht. Mal wieder zeigen, wo Gott hockt.

Am eindrücklichsten gelingt das immer durch die Illumination der fürstlichen Trutzburg. Die sieht schon bei normalem Tageslicht düster und bedrückend aus. Aber wenn sie dann noch in den Landesfarben angestrahlt wird, könnte sie glatt die Hauptrolle in Kafkas «Schloss» spielen.

Und damit überhaupt keine Missverständnisse aufkommen, wer hier welche Rolle spielt, wird sie noch mit dem offiziellen Spruch untermalt:

«Für Gott, Fürst und Vaterland».

Obwohl sich das Volk tummelte und diejenigen, die eine Einladung ergattert hatten, sogar etwas Flüssiges zu sich nehmen durften, spielt die Bevölkerung des Landes eigentlich nur eine Statistenrolle. Wie es sich für Untertanen gehört.

Denn zuerst kommt Gott, diesmal vertreten durch Bischof Benno Elbs. Immerhin blieb den Liechtensteinern ein Besuch von Bischof Haas erspart. Aber auch der Fürst himself, also der eigentliche Stellvertreter Gottes, glänzte durch Abwesenheit.

Niemand weiss, warum, aber solche Ratschläge übergeordneter Mächte sind halt für Normalsterbliche unerforschlich.

Dafür gab sich allerdings der Stellvertreter des Stellvertreters ein Stelldichein. Erbprinz Alois samt Gattin Sophie. Pardon, also eigentlich Prinzessin von Bayern, Herzogin in Bayern.

Offensichtlich gab es leichte Bedenken, dass vielleicht einige Besitzer von Zombie-Fonds nicht so gut auf das Fürstenhaus zu sprechen sein könnten. Denn das blaublütige Paar war von ein paar diskreten Herren mit Knopf im Ohr umgeben, untrügliches Kennzeichen von Personenschützern.

Allerdings konnten die das hoheitliche Paar nicht vor zwei bedauerlichen Schnitzern in der Bekleidung abhalten:

Natürlich ist es löblich, dass sich der Erbprinz volkstümlich geben wollte und auf Krone, Purpur und andere Insignien der Macht verzichtete, sogar Jacket und Krawatte vom Kammerdiener nicht gereicht bekam.

Aber Seine Durchlaucht, zum Bügeln des Hemdes hat es dann nicht gereicht? Mangelt es etwa schon am Personal auf dem Schloss? Oder wurde dem Oberhemdenbügler an diesem Tag vorschnell frei gegeben? Rätsel über Rätsel.

Und dann die Gattin. Eine schmucke Perlenkette ist immer eine gute Sache, das trägt sich vornehm zum ondulierten Haar. Aber:

Muss es denn die geschätzt sechs Meter lange Version sein? Wirkt das nicht, mit Verlaub, etwas neureich? Und, wenn die Frage erlaubt ist, sind das Zuchtperlen?

Man stelle sich nur vor, ein nervöser Untertan hätte sich in dieser Perlenschlange verheddert, das wäre vielleicht ein lustiges Perlensuchen geworden, und ob sich alle wieder eingefunden hätten?

Obwohl, wie es sich gehört, auch der Wettergott sanftmütig gestimmt war, ohne Rücksicht auf Waldbrandgefahr das traditionelle Feuerwerk den Abschluss bildete und alle furchtbar gut gelaunt schienen, hingen doch unsichtbar, aber spürbar dunkle Wolken über dem Anlass.

Wo ist der Fürscht? Wo sind die rund 20 Milliarden in den Zombie-Fonds? Wann findet die Kette von Skandalen um Stiftungen und Trusts ihr Ende? Was macht Liechtenstein, wenn die USA und Russland beide aufs Ländle stinksauer sind?

Vermögen da Gott und Fürst das Vaterland zu schützen? Oder nein, das wäre ja ein Irrtum. Eigentlich müssen ja die Untertanen Gott, Fürst und Vaterland schützen. Mit Leid und Leben. Pardon, mit Leib und Leben.

23 Kommentare
  1. Zombie Trusts, welche Zombie Trusts?
    Zombie Trusts, welche Zombie Trusts? sagte:

    Das Thema „Zombie Trusts“ hat der Erbprinz in seiner Ansprache konsequent verschwiegen.

    Dass das Thema hingegen überaus präsent ist, wird aber dadurch bewiesen, dass der Fürst selbst gar nicht erst erschienen ist und sich der Erbprinz von Bodyguards beschützen liess.

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  2. Stefan Geiger
    Stefan Geiger sagte:

    Die aktuellen Probleme des Landes, nämlich die Skandale, die durch die GRECO bemängelten Defizite bei der Korruptionsbekämpfung und die 800 Zombie Trusts wurden in der Rede des Erbprinzen einfach ignoriert. Eine Themaverfehlung.

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  3. Heuchelei
    Heuchelei sagte:

    Indem der Erbprinz die unzähligen Skandale, die brisanten Befunde des GRECO und die Offenbarung der „Zombie-Trust“-Krise verschweigt, zeichnet seine Ansprache ein geschöntes Bild. Tatsächlich steht Liechtenstein angesichts dieser Skandale unter massivem Druck. Die Weigerung, diese Risiken anzuerkennen, wirkt nicht nur irritierend, sondern spricht Bände über politische Realitätsferne: sie offenbart eine Kluft zwischen den hochtrabenden Ansprüchen der Rede und den drängenden Tatsachen. Man kann sagen, dass diese Art von Politik letztlich Heuchelei ist – man verdeckt lieber systemische Probleme, als sie öffentlich und konsequent zu adressieren.

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  4. Patrick Schreiber
    Patrick Schreiber sagte:

    Dass der Erbprinz die schwere Krise, die durch die Skandale, den GRECO-Korruptionsbericht und die zombie trusts hervorgerufen wurde, einfach übergeht, zeigt in aller Deutlichkeit, dass beim Fürsten keinerlei Wille zu einer Aufklärung oder zu einer Wende zu einem Rechtsstaat vorhanden ist.

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  5. Beobachter
    Beobachter sagte:

    Die Ansprache des Erbprinzen zum Staatsfeiertag hätte eine historische Gelegenheit sein können: ein klares Bekenntnis zur Rechtsstaatlichkeit, zur Transparenz und zur Aufarbeitung der drängenden Skandale – vom GRECO-Bericht bis zu den hunderten Zombie-Trusts. Stattdessen wurde geschwiegen, beschönigt und verdrängt. Wer in dieser Lage schweigt, sendet ein deutliches Signal: Die Inszenierung ist wichtiger als die Verantwortung. Das ist nicht nur enttäuschend – es ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die auf Aufklärung und Reformen hoffen.

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  6. Rat für Betroffene der Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein
    Rat für Betroffene der Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein sagte:

    Wirtschaftskriminalität und organisierte Kriminalität in Liechtenstein sind ein ernstes Problem, das viele Betroffene vor große Herausforderungen stellt. Als überregionale Rechtsanwaltskanzlei haben wir solche Fälle bearbeitet und möchten Ihnen wichtige Ratschläge geben:

    1. Entscheidungen der Liechtensteiner Gerichte anfechten:
    Sollten auch Sie Entscheidungen von Liechtensteiner Gerichten erhalten haben, die nicht neutral erscheinen, eskalieren Sie Ihren Fall bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Es ist bekannt, dass Liechtensteiner Gerichtsentscheidungen oft nicht neutral sind. Acht von zehn Beschwerden zum EGMR hatten Erfolg. Die Liechtensteiner Gerichte sind an die Entscheidungen des EGMR gebunden.

    2. Meldung an das Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft:
    Melden Sie Ihren Fall dem Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft in Bern, einer Außenstelle des amerikanischen Justizministeriums. Aufgrund des RICO Act, eines besonderen amerikanischen Gesetzes, hat dieses Büro weltweite Zuständigkeit im Kampf gegen kriminelle Vereinigungen. Der RICO Act wurde beispielsweise im Verfahren gegen weltweit verstreute Funktionäre der FIFA angewendet.

    Kontakt:
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    Sollten Ihre Liechtensteiner Rechtsanwälte davon abraten, bedenken Sie, dass diese möglicherweise ihre eigenen Interessen als Liechtensteiner vertreten und nicht Ihre.

    Zusammenfassend möchten wir betonen, wie wichtig es ist, entschlossen gegen Wirtschaftskriminalität und organisierte Kriminalität vorzugehen. Zögern Sie nicht, Ihre Rechte einzufordern und die notwendigen Schritte zu unternehmen.

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  7. Advice for victims of economic crime in Liechtenstein
    Advice for victims of economic crime in Liechtenstein sagte:

    Economic crime and organized crime in Liechtenstein are a serious problem that poses significant challenges for many affected individuals. As a law firm, we have handled such cases and would like to offer you some important advice:

    1. Challenge Decisions of Liechtenstein Courts:
    If you as well have received decisions from Liechtenstein courts that do not appear to be neutral, escalate your case to the European Court of Human Rights (ECHR). It is well-known that decisions from Liechtenstein courts are often not neutral. Eight out of ten complaints to the ECHR have been successful. Liechtenstein courts are bound by the decisions of the ECHR.

    2. Report to the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy:
    Report your case to the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy in Bern, a branch of the U.S. Department of Justice. Due to the RICO Act, a special US-law, this office has worldwide jurisdiction in the fight against criminal organizations. The RICO Act was, for example, applied in the proceedings against FIFA officials scattered around the world.

    Contact:
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    If your Liechtenstein lawyers advise against this, be aware that they may be representing their own interests as Liechtensteiners and not yours.

    In conclusion, we emphasize the importance of taking decisive action against economic and organized crime. Do not hesitate to assert your rights and take the necessary steps.

    Antworten
  8. Consejos para las víctimas de delitos económicos en Liechtenstein
    Consejos para las víctimas de delitos económicos en Liechtenstein sagte:

    El crimen económico y organizado en Liechtenstein es un problema serio que plantea grandes desafíos para muchas personas afectadas. Como bufete de abogados regional, hemos manejado tales casos y queremos ofrecerle algunos consejos importantes:

    1. Impugnar las decisiones de los tribunales de Liechtenstein:
    Si ha recibido decisiones de los tribunales de Liechtenstein que no parecen ser neutrales, escale su caso hasta el Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH). Es bien sabido que las decisiones de los tribunales de Liechtenstein a menudo no son neutrales. Ocho de cada diez quejas ante el TEDH han tenido éxito. Los tribunales de Liechtenstein están obligados por las decisiones del TEDH.

    2. Informar a la Oficina del Agregado Legal de la Embajada de EE.UU.:
    Informe su caso a la Oficina del Agregado Legal de la Embajada de EE.UU. en Berna, una rama del Departamento de Justicia de EE.UU. Debido a la Ley RICO, una ley estadounidense especial, esta oficina tiene jurisdicción mundial en la lucha contra las organizaciones criminales. La Ley RICO se aplicó, por ejemplo, en los procedimientos contra los funcionarios de la FIFA dispersos por todo el mundo.

    Contacto:
    Embajada de EE.UU. en Suiza y Liechtenstein
    Attn: Oficina del Agregado Legal
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Berna

    Si sus abogados en Liechtenstein le aconsejan en contra de esto, tenga en cuenta que pueden estar representando sus propios intereses como liechtensteinianos y no los suyos.

    En conclusión, enfatizamos la importancia de tomar medidas decisivas contra el crimen económico y organizado. No dude en hacer valer sus derechos y tomar las medidas necesarias.

    Antworten
  9. Krise? Welche Krise?
    Krise? Welche Krise? sagte:

    Ein Meisterwerk der diplomatischen Vermeidungskunst. Während das Land mit Skandalen, dem GRECO-Bericht und hunderten Zombie-Trusts ringt, entschied sich Seine Durchlaucht für die bewährte Strategie: höflich lächeln, bedeutungsschwere Allgemeinplätze verkünden – und bloss nichts Relevantes sagen. Wer braucht schon Transparenz oder ein Bekenntnis zur Rechtsstaatlichkeit, wenn man auch einfach so tun kann, als sei alles in bester Ordnung?

    Antworten
  10. Korruption in Liechtenstein
    Korruption in Liechtenstein sagte:

    Die GRECO-Staatengruppe des Europarats verordnet Liechtenstein umfangreiche Reformen zur Korruptionsbekämpfung, u.a. für die Justiz, die Regierungsmitglieder un den Fürst. Dieser Befund macht deutlich, dass Korruption in Liechtenstein nicht nur ein abstraktes Thema ist, sondern akut angegangen werden muss. Ein Umstand, den man in einer Rede zum Staatsfeiertag nicht übergehen darf – es sei denn, man lehnt eine Bekämpfung der Korruption ab.

    Antworten
  11. Internationaler Ruf Liechtenstein
    Internationaler Ruf Liechtenstein sagte:

    kein Wille zu Reformen in Liechtenstein erkennbar ! Die Gesetze sind dort absichtlich derart ausgestaltet, dass kriminelle Handlungen von Truhändern u.a teils unter dem Radar sämtlicher Behörden, FMA inkludiert ,fliegen…

    Antworten
  12. Geronimo
    Geronimo sagte:

    Eine Doppelmoral, die kaum zu überbieten ist. Wer sich öffentlich zur Verantwortung bekennt, darf die brennendsten Fragen, nämlich die zu den aktuellen Themen der Korruption, der Skandale und der Zombie Trusts nicht systematisch ignorieren. Es sei denn, man möchte an den Missständen im Land festhalten, was tatsächlich aufgrund des Verhaltens des Erbprinzen naheliegt.

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  13. Alptraum Liechtenstein
    Alptraum Liechtenstein sagte:

    Alptraum statt Alpentraum in Liechtenstein.Zombies und von Gier zerfressene Treuhänder und Stiftungsräte ,
    als ob das nicht schon genug wäre
    Jetzt aber noch so ein Mode Faux Pas der Fürstenfamilie bedeutet wohl Umschichtung des Personals ,mehr Bodyguards statt Kammerzofen ….

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  14. Aufmerksamer Zuschauer
    Aufmerksamer Zuschauer sagte:

    Die beiden brisantesten Themen derzeit in Liechtenstein, der GRECO-Bericht zum Korruptionsrisiko und die Trust-Krise – sind offenkundig drängende Herausforderungen, wurden in der Festrede des Erbprinzen jedoch nicht einmal am Rande angesprochen.

    Wer in der Festrede nicht einmal das Offensichtliche anspricht, sendet damit ein klares Signal: man will lieber weiterhin vertuschen als verändern.

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  15. Betrugs- und Abzock-System Liechtenstein
    Betrugs- und Abzock-System Liechtenstein sagte:

    Fürstliche Geschäfte
    Liechtenstein hat sich vom Schwarzgeld verabschiedet. Dafür schaden jetzt Treuhänder der Reputation des Landes.

    Auch Professor Martin Schauer, der die Liechtensteiner Regierung bei der Reformierung des Stiftungsrechts beriet, kritisiert in Vaterland «Rechtsunsicherheit» für den Begünstigten und Mandatsverträge als «willkommenes Mittel für Haftungsbefreiung». Immer häufiger und oft vergeblich kämpfen Stifter juristisch gegen ihre eigenen Stiftungsräte oder Treuhänder. Nicht selten fällt dabei der Name Angelika Moosleithner-Batliner.

    https://liechtensteinwegwerfartikel.blogspot.com/2018/04/betrugs-und-abzock-system-liechtenstein.html

    Antworten

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