Amis genervt, Russen sauer, Milliarden weg. Überlebt das der Finanzplatz?
Natürlich muss das Fürstentum nicht befürchten, dass US-Präsident Trump eine big beautiful bomb auf die Trutzburg ob Vaduz wirft. Seine Sanktionsbehörde Ofac kujoniert Liechtensteiner Treuhänder schon genug. Sie haben in Scharen rund 800 Zombie-Trusts verlassen und die meist russischen Besitzer damit enteignet. Aus Schiss, wie einige Kollegen auch auf die Todesliste dieser US-Behörde zu kommen.
Der russische Botschafter in der Schweiz, Sergei Garmonin, findet auf Inside Paradeplatz klare Worte:
„Es ist offensichtlich, dass die kurzsichtigen Schritte von Vaduz, das unter dem Diktat der OFAC handelt, bereits einen gefährlichen Präzedenzfall in Form der erwähnten ‚Zombie-Trusts‘ geschaffen haben.“
„Indem sie sowohl dem Ruf Liechtensteins als auch seinem Finanzzentrum im Besonderen einen erheblichen Schaden zugefügt haben, da Bürger verschiedener Länder früher oder später in die gleiche Situation geraten könnten wie die Russen.“
Hier hängen schon mal rund 20 Milliarden US$ in der Luft, die auch in den fürstlichen Banken des Ländle gelagert sind.
Oberflächliche Beobachter könnten nun meinen: Geschieht den Russen recht. Für die gilt doch weder die Eigentumsgarantie, noch der Rechtsstaat.
Viele andere stellen sich aber genau die gleiche Frage wie der Botschafter: wenn das denen passiert, kann das nicht auch mit meinem Vermögen geschehen?
Schon zuvor und während dieser Enteignung leidet Liechtenstein unter einer nicht abreissenden Kette von Skandalen, wie Stifter und Begünstigte – unter dem Schutz der fürstlichen Justiz – von Untreuhändern um ihr Stiftungsvermögen gebracht werden.
Versuchen sie, dagegen vor der Wildwest-Justiz des Fürstentums anzugehen, verlieren sie sich in endlosen, jahrelangen Prozessen, bei denen sie nie Recht bekommen. Während die Untreuhänder kaltlächelnd das Stiftungsvermögen für ihre Gegenwehr mit teuren Anwälten verbraten.
Aber mit diesen Zombie-Trusts hat das Beklauen eine neue Dimension erreicht. Es ist nicht nur zum internationalen Skandal geworden. Liechtensteiner Treuhänder müssen schon ganz rote Ohren haben. Sie viele Anrufe besorgter Kunden haben sie erreicht, ob denn das eigene Vermögen weiterhin sicher sei.
Da genügt es nicht mehr, die üblichen beruhigenden Geräusche zu machen. Zu treuen Händen, niemals, sicher, Ehrensache, Sonderfall, besprechen wir das doch bei einem Mittagessen in Vaduz, ich lade ein (wird der Stiftung in Rechnung gestellt, versteht sich). Und das Telefonat ist natürlich auch kostenpflichtig.
Das reicht alles hinten und vorne nicht mehr. Die USP des Finanzplatzes Liechtenstein war: hier ist Ihr Geld sicher. Im Gegensatz zu einer kleinen Insel im Meer. Fürst, Vaterland, im Herzen Europas, lange Tradition, die fürstliche Burg ist stabiler als das Matterhorn. In der fürstlichen Bank LGT, in der fürstlich-staatlichen Bank LLB ist ihr Geld so sicher wie sonst nirgends auf Welt.
Aber jetzt? Was wird mit den eingefrorenen rund 20 Milliarden geschehen? Wie im Fall der Tier 1-Bonds im Nominalwert von 16 Milliarden Franken, die beim Schnäppchenverkauf der Credit Suisse an die UBS per Notrecht auf null abgeschrieben wurden, kommen hier auf Liechtenstein – wie bereits geschehen auf die Schweiz – Milliardenklagen zu.
Nun verfügt das Fürstenhaus über ein erkleckliches Privatvermögen von geschätzten 8 Milliarden Franken. Plus eine fabulöse Kunstsammlung.
Allerdings über keine eigene Armee. Die rund 80 Polizeibeamten würden im Fall kriegerischer Massnahmen sicherlich erbittert Widerstand leisten. Vielleicht lagern in der fürstlichen Burg auch noch ein paar angerostete Hellebarden und Morgensterne. Aber das hat kein wirkliches Abschreckungspotenzial.
Nützt auch gar nichts, wenn die USA den liechtensteinischen Banken den Stecker rausziehen, indem sie sie vom Dollarclearing abschneiden. Und die fürstliche Familie auf ihre Sanktionsliste setzen.




Ein Skandal nach dem anderen bei gekaperten und dekantierten Stiftungen, 800 verwaiste Zombie Trusts und die Staatengemeinschaft GRECO des Europarats, die der Justiz, den Regierungsmitgliedern und sogar dem Staatsoberhaupt selbst, dem Fürsten, Anti-Korruptionsmassnahmen verordnen. Das ist für einen Finanzplatz existenzgefährdend.
Liechtensteins systemisches kriminelles System ist aufgeflogen und das Land ist demaskiert.
Da Liechtenstein keine strenge Gewaltenteilung hat und der Fürst als Monarch überall das letzte Wort hat, trifft ihn auch die Verantwortlichkeit für das, was in seinem Land vor sich geht. Er kann auch nicht behaupten, er hätte von nichts gewusst. Seine LGT-Bank und damit er selbst haben von diesen Aktionen ganz erheblich profitiert.
Liechtenstein’s reputation as a financial centre has been severely damaged by a series of scandals, documented corruption uncovered by GRECO, and the lingering presence of abandoned ‘zombie trusts’
Das kriminelle System, mit welchem Liechtensteiner Treuhänder Stiftungen und Trusts seit Jahren systematisch und planmässig mit tatkräftiger Hilfe von nicht neutralen Richtern und Staatsanwälten in ihre Macht bringen und dann ausplündern, ist jetzt aufgeflogen und bekannt geworden. Dass es so lange verheimlicht werden konnte, liegt wohl daran, dass die liechtensteiner Rechtsanwälte den betroffenen Opfern das Märchen vom «bedauerlichen Einzelfall» erzählt haben, da auch sie viele Jahre von dem kriminellen System profitiert haben. Fürst und Regierung haben jahrelang weggeschaut und so getan, als wüssten sie von nichts, obwohl sie es wussten und billigten. Bei dem kriminellen System dürfte es sich um schwere und organisierte Kriminalität handeln.
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Das kommt im Ländle seit Jahren vor, jeder dort weiß es, keiner vernadert den anderen, weil es mit Billigung von ganz oben erfolgt.
Das ist hochbrisant und gravierend und wirft fundamentale Fragen zur Rechtsstaatlichkeit, Investitionssicherheit und internationalen Glaubwürdigkeit Liechtensteins auf.
Der Fürst trägt die Verantwortung für die Machenschaften in Liechtenstein.
In Liechtenstein herrschte lange Zeit ein Geist der Straflosigkeit. Treuhänder und andere Akteure der Finanzbranche fühlten sich sicher, von Fürst, korrupten Richtern und Staatsanwälten geschützt zu werden. Sie waren überzeugt, als Mitglieder der eng vernetzten Finanzelite über dem Gesetz zu stehen. Nun jedoch stehen sie im Fokus der USA, die diesem Treiben lange genug zugesehen haben – jetzt aber nicht mehr.
Unzuverlässigkeit und Unglaubwürdigkeit zerstören gerade den Finanzplatz Liechtenstein.
Das ist die Kurzdefinition.
Die Welt: „Abschied von Europas letztem Geld-Paradies“
Der Name Liechtenstein taucht immer dann auf, wenn es um große Vermögen geht. Denn im Fürstentum scheint Geld sicherer aufgehoben zu sein als anderswo. Doch immer mehr Fälle lassen Zweifel am zentralen Versprechen des Alpenlandes aufkommen.
https://www.welt.de/wirtschaft/plus251034324/Geld-Abschied-von-Europas-letztem-Geld-Paradies.html
Der Finanzplatz Liechtenstein bricht gerade zusammen. In Echtzeit. Die monumentale Krise, die sich aus der spektakulären Enthüllung eines jahrelang praktizierten kriminellen Systems aus Kapern und Plündern von Stiftungen und Trusts sowie den 800 zombie trusts, deren Begünstigte enteignet wurden, zusammensetzt, hat jegliches Vertrauen in Liechtenstein vernichtet.
Auf Liechtenstein als Finanzplatz lässt sich doch kein auch nur halbwegs vernünftiger Mensch mehr ein.
prüft laut Regierungschefin europäische Integration
Das ist kein Rechtsstaat, das ist eine Mafia-Hochburg.
Mit Mafiaboss.
Die kriminellen Netzwerke in Liechtenstein sind bekannt. Gewisse Treuhänder, Richter. Staatsanwälte arbeiten zusammen, um Stiftungen und Trusts in die Gewalt der Treuhänder zu bringen und auszurauben.
Die Fallhöhe ist gigantisch: vom einst hoch angesehenen Finanzstandort zum aufgeflogenen Zentrum für schwere und organisierte Kriminalität.
Liechtenstein ist an seiner eigenen Gier gescheitert. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
Liechtenstein hat unabhängig von den zahlreichen Skandalen mit seinen Treuhändern und seiner nicht neutralen Justiz auch so keine Zukunft als Finanzzentrum. Internationale Akteure wie die OECD, G20 oder die EU sehen „Mikrostaaten mit Bankengeheimnis“ zunehmend kritisch, so dass diese immer mehr an die Kandare genommen werden. Liechtenstein hat daher keine Zukunft als Finanzzentrum mehr.
Meine Güte, das was man hier alles zum Lesen bekommt, ist erschütternd!
Danke für diesen Mafia Thriller als Urlaubslektüre.
Es wurde Zeit, dass Liechtensteins kriminelles System endlich publik wird. Lange genug konnte es unter den Teppich gekehrt werden, aber jetzt ist es offiziell bekannt.