Immerhin ist der Arbeiterkampftag in Liechtenstein gesetzlicher Feiertag.
Allerdings müssen weder der Fürst noch der herrschende Erbprinz Alois damit rechnen, dass sie von einer klassenkämpferischen Arbeiterbewegung aus ihrer Trutzburg geschmissen werden. Mit einem Sturm auf die Liechtensteiner Bastille ist nicht zu rechnen.
Anlass genug gäbe es allerdings.
Denn wo sonst in Europa gibt es noch einen Staat, der absolutistisch wie im Mittelalter von einem Fürstenhaus beherrscht wird? In dem der Fürst – oder wenn er amtsmüde geworden ist, sein Erbe – mit unbeschränkter Macht alles bestimmen darf?
Natürlich hält sich der Fürstenhof als Zierleisten eine Regierung, ein Parlament und Gerichte. Aber die müssen alle nach seiner Pfeife tanzen. Sonst entlässt der Fürst die Regierung, löst das Parlament auf, und dass kein Richter jemals ein Urteil fällen wird, das dem Fürsten nicht gefällt, dafür sorgt er mit seinem Stichentscheid bei der Wahl.
Wo’s langgeht, das verkündet der Fürst jeweils zur Parlamentseröffnung mit seiner Thronrede. Während aber in England der König vorlesen muss, was der jeweilige Regierungschef ihm diktiert hat, ist es in Liechtenstein umgekehrt. Da muss der Regierungschef – und auch die Regierungschefin – gut zuhören, was hier vom Thron herab verkündet wird. Denn genau das muss dann ausgeführt werden.
Und das ist nur die öffentliche Seite. Natürlich holen sich alle in der Trutzburg ihre Instruktionen ab, bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden. Natürlich melden sich auch Richter in komplizierteren Fällen, mit welchem Urteil sie die Huld von höchster Stelle erhalten können. Denn wer will denn schon nicht wiedergewählt werden?
Zudem hat sich das Fürstenhaus so über die Jahre und Jahrhunderte hinweg ein ansehnliches Vermögen und eine ungeheuerliche Kunstsammlung und einen ausgedehnten Immobilienbesitz zusammengerafft. Ungenaue Schätzungen gehen von mindestens 8 Milliarden Franken aus; dabei ist die Kunstsammlung nicht mal mitgezählt.
Fände also so ein kleiner Sturm auf die Liechtensteiner Bastille statt, dann müssten dabei natürlich nicht Gefangene befreit werden. Denn dass die in den Verliessen und Folterkammern dort schmachten, diese Zeiten sind vorbei.
Aber Spass machen würde natürlich, wenn mit der Ansetzung des Fürsten seine Enteignung einherginge. Nehmen wir nur das Vermögen von 8 Milliarden. Da würde für jeden der rund 40’000 Liechtensteiner das hübsche Sümmchen von 200’000 Franken abfallen. Damit kann man noch nicht mit der Yacht in den karibischen Sonnenuntergang schippern.
Aber so ein netter Zustupf wäre es schon.
Und man könnte dem Fürstenhaus ja gewisse Anteile an der Fürstenbank LGT lassen, damit die Blaublüter nicht der Sozialhilfe anheim fallen.
Und wer weiss, in anderen Königshäusern ist es inzwischen durchaus üblich, dass das eine oder andere Mitglied einer ganz irdischen Beschäftigung nachgeht und so sich selbst seinen Lebensunterhalt verdient. Das wäre natürlich für die fürstliche Familie von und zu Liechtenstein völlig neu und ungewohnt. Aber zumindest für Repräsentationsaufgaben sind die meisten doch durchaus geeignet.
Huldvoll winken, Bänder durchschneiden, langweiligen Reden zuhören, eine Unzahl von Händen schütteln, das eine oder andere aufmunternde Wort auf den Lippen, auch mal anteilnehmende Fragen wie «wie geht es Ihnen?», das kann doch nicht zu schwer sein.
Ausserdem, beim Ausmisten ganz oben könnten die revolutionären Liechtensteiner auch gleich dafür sorgen, dass der Finanzplatz Ländle wirklich sauber wird. Keine Russengelder mehr versteckt. Keine Untreuhänder mehr sich unverschämt bereichern können. Keine Banken mehr ihre Kunden abzocken.
Es gäbe also viel zu tun, nicht nur am 1. Mai. Zudem ist es ein strahlender Sonnentage, da gehen eigentlich Revolutionen leicht von der Hand.
Also, Liechtensteiner Volk, höre die Signale. Auf zum letzten Gefecht!




Internationale Finanzkriminalität: Liechtensteins weisse Fassade bröckelt
Dass Liechtenstein korrupt und ein Piratennest ist, steht doch schon in allen Zeitungen, so wie hier:
Internationale Finanzkriminalität:
Liechtensteins weisse Fassade bröckelt
https://www.bazonline.ch/liechtensteins-weisse-fassade-broeckelt-971207461924
Auch wenn in der einzigen liechtensteiner Zeitung Vaterland das Thema totgeschwiegen wird, so hat der Fürst selbstverständlich Kenntnis von dem kriminellen System in seinem Land. Die ausländischen Zeitungen berichten laufend und mit sehr deutlichen Worten darüber. Spricht sich der Fürst dagegen aus? Nein!
Wenn in den Medien wiederholt über kriminelle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Finanzplatz berichtet wird, dann steht tatsächlich nicht nur das wirtschaftliche, sondern auch das moralische Ansehen eines Landes auf dem Spiel. In solchen Fällen erwarten viele Menschen – im In- wie im Ausland – ein klares Statement von führenden Persönlichkeiten.
Das Schweigen des Fürsten kann in diesem Zusammenhang als Duldung interpretiert werden. Wenn jemand schweigt, obwohl er die Autorität und Möglichkeit hätte, etwas klarzustellen oder sich zu distanzieren, kann das als stillschweigende Zustimmung oder zumindest Gleichgültigkeit gewertet werden.
Da der Fürst die Wirtschaftskriminalität in seinem Land, über die man überall lesen kann, nicht bekämpft und sich darüber ausschweigt, muss man wohl davon ausgehen, dass er sie billigt.
Sollte der Fürst tatsächlich die Wirtschafts-Kriminalität in seinem Land stillschweigend dulden, Sollte er von der Staatengemeinschaft zur Verantwortung gezogen werden.
Wir wollen unsere Regierung selbst wählen, wollen endlich Demokratie. Es ist unser Land.
Die WELT schreibt:
Liechtenstein: Abschied von Europas letzten Geldparadies
Der Name Liechtenstein taucht immer dann auf, wenn es um große Vermögen geht. Denn im Fürstentum scheint Geld sicherer aufgehoben zu sein als anderswo. Doch immer mehr Fälle lassen Zweifel am zentralen Versprechen des Alpenlandes aufkommen.
https://www.welt.de/wirtschaft/plus251034324/Geld-Abschied-von-Europas-letztem-Geld-Paradies.html
Der Abgesang auf den Finanzstandort Liechtenstein hat längst begonnen. Vermissen wird Liechtenstein niemand.
Dieser Blog hat gezeigt, dass es in Liechtenstein korrupte Richter und Staatsanwälte gibt, dass Recht und Gesetz zum Teil vorsätzlich gebeugt wird, dass Liechtenstein keine Gewaltenteilung hat und kein Rechtsstaat ist.
Gratulation Herr Fürst, Sie können sehr stolz sein. Viel Geld ist nicht gleich viel Ansehen.
In Liechtenstein haben Treuhänder oder Stiftungsräte nahezu uneingeschränkte Kontrolle über Vermögenswerte. Das macht Missbrauch durch untreue Treuhänder sehr einfach:
– Gelder werden abgezweigt,
– Vermögen wird zweckwidrig verwendet,
– oder die Kommunikation mit Begünstigten wird bewusst unterdrückt.
Dazu kommt eine Justiz, die den Ruf hat, nicht neutral zu sein. Liechtenstein ist daher als Finanzplatz höchst riskant.
Liechtenstein steht wiederholt wegen krimineller Aktivitäten in der Treuhänderbranche in den Schlagzeilen – gekaperte Stiftungen, versteckte sanktionierte russische Gelder usw. Und der Fürst? Schweigt. Kein Statement, keine Distanzierung. In einem Land mit 39.000 Einwohnern, in dem der Fürst reale Macht hat, ist dieses Schweigen mehr als Zurückhaltung – es ist stillschweigende Duldung.
Ein einziger klarer Satz von ihm könnte ein Zeichen setzen. Doch stattdessen schützt sein Schweigen ein System, das offenbar kriminelles Verhalten deckt oder sogar begünstigt. Wer schweigt, wenn Unrecht geschieht, macht sich mitschuldig – erst recht als Staatsoberhaupt.
Der Fürst kann nicht nur moralische Autorität beanspruchen, wenn es bequem ist. Er muss sie auch dann zeigen, wenn es unbequem wird. Gerade jetzt wäre ein klares Bekenntnis zu Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Integrität notwendig.
Liechtenstein braucht keine höfliche Distanz. Es braucht Mut zur Wahrheit – auch von ganz oben.
Absolut richtig, wer zuschaut und nichts unternimmt, obwohl er etwas unternehmen könnte, macht sich zum Komplizen.
Das Ansehen Liechtensteins in der Finanzbranche ist unterirdisch.
Liechtensteinische Stiftungen entwickeln sich zunehmend zu rechtsfreien Räumen, in denen kriminelle Stiftungsräte systematisch Begünstigte enteignen. Die Masche ist perfide und immer gleich: Diffamierung, angebliches Fehlverhalten, dann der Vorwurf der Verwirkung – und schließlich die vollständige Plünderung des Stiftungsvermögens. Was als Treuhandmodell begann, ist heute oft nur noch ein legalisierter Raubzug im Mantel des Stiftungsrechts. Die Fälle Bacardi und Hartlaub zeigen: Das ist kein Zufall, sondern organisierte Praxis. Der Staat schaut zu – und schützt damit Täter, nicht Opfer.
Bis dato, wir sind im Mai 2025, hat die Stiftungsaufsichtsbehörde noch nicht veröffentlicht, wie viele Stiftung ist es zum 31.12.2024 überhaupt noch gibt. Die Zahlen sind noch vom 31.12.2023.
https://www.stifa.li/zahlen-fakten/
Liechtenstein wird überproportional oft mit Skandalen und Wirtschaftskriminalität in Verbindung gebracht – gemessen an seiner Größe. Das hat systemische, historische und strukturelle Gründe. Dies zu ändern läge in der Verantwortung des Fürsten.
Was derzeit alles über Liechtenstein ans Licht kommt, ist erschreckend. Die Enthüllungen in diesem Blog zeigen deutlich, wie viel bislang im Verborgenen lag – und werfen ein beunruhigendes Licht auf die Zustände im Fürstentum. Und im Fürstenhaus.