Eine Undercover-Recherche in der Schweiz. Und in Liechtenstein?

Die Versuchsanordnung war so einfach wie klar: ein Undercover-Journalist fragte eine Anzahl Schweizer Treuhänder, ob sie bereit wären, 80 Millionen Dollar aus eindeutig illegaler Herkunft in der Schweiz zu verstauen.

Das Recherche-Netzwerk reflekt.ch schreibt zu seiner Untersuchung:

«Schweizer Anwälte und sonstige Berater* helfen wohlhabenden Personen aus aller Welt, ihr Vermögen zu schützen. Sie erstellen komplexe Firmenkonstrukte, helfen bei der Suche nach einer passenden Bank oder agieren als Strohleute, um die Besitzer von Unternehmen zu verschleiern. Vieles davon ist legal – doch in manchen Fällen wird die Herkunft krimineller Vermögen verwischt und damit Geld aus Korruption, Steuerhinterziehung oder anderen Delikten gewaschen.»

In diesem Fall ging es darum, dass angeblich ein korrupter Regierungsmitarbeiter eines afrikanischen Staates im Zusammenhang mit der Vergabe von Minenkontrakten 80 Millionen Dollar auf die Seite geschafft habe. Und nun via einen Mittelsmann nach Möglichkeiten suche, das Geld sicher und diskret in der Schweiz zu verstauen.

Zwei Drittel der kontaktierten Berater zeigten Interesse, dazu Beihilfe zu leisten: «Von den 13 Beratern skizzierten 11 konkrete Massnahmen, um die Herkunft des Vermögens zu verschleiern. Die meisten machten dabei klar, dass der wirtschaftlich Berechtigte in Ostafrika zumindest gegenüber den Banken offengelegt werden müsse. Am häufigsten wurde die Möglichkeit erläutert, mittels Firmenkonstrukten über verschiedene Länder hinweg die Nachverfolgung der Gelder zu erschweren. Auch komplexere Verschleierungsmassnahmen wie Trusts, Stiftungen oder Fondsstrukturen wurden erwähnt.»

So naiv wie offenherzig skizzierten die kontaktierten Treuhänder und Anwälte, wie man das am besten anstellen könne. Natürlich nicht einfach, indem ein Bankkonto eröffnet würde. Sondern zunächst müsste mit Tarnkonstruktionen wie Offshore-Holdings oder -Trusts die wahre Herkunft des Geldes verschleiert werden. Und eine möglichst grosse Distanz zwischen dem Beneficial Owner, dem korrupten Afrikaner, und dem deponierten Geld geschaffen werden.

Was allerdings keiner der Angefragten erwähnte: wird diese Distanz zu gross, dann kann der Betrüger auch selbst zum Betrogenen werden. Denn es kann passieren, dass er nicht mehr Zugriff auf sein Geld erhält, sondern dass es vom zwischengeschalteten Treuhänder eingesackt wird.

Das passiert eher selten in der Schweiz, weil hier solche Stiftungskonstrukte nicht oder nur schwer zu errichten sind.

Ganz anders sieht das aber in Liechtenstein aus. Auch nach dem Beitritt zum Automatischen Informationsaustausch (AIA). Der hat lediglich das Stiftungsmodell Schwarzgeldbunker in die Luft gesprengt.

Aber das Verstauen von kriminellen Geldern ist weiterhin eine Spezialität der Liechtensteiner Untreuhänder. Es ist heutzutage zwar mit gewissen Risiken verbunden, vor allem, wenn es um Gelder von durch die USA sanktionierten Personen oder Firmen geht.

Aber «no risk, no fun», sagt sich da der Untreuhänder. Denn selbstverständlich werden in solchen Fällen exorbitante Gebühren fällig, und der Untreuhänder weiss, dass der eigentliche Besitzer auch kaum öffentlich Krach schlagen wird, wenn er sich als Verwalter nochmal grosse Scheiben vom Vermögen abschneidet, obwohl er nichts dafür getan hat.

Was also überfällig ist: den gleichen Versuch mit Liechtensteinern zu unternehmen. Die Ergebnisse wären allerdings anders als in der Schweiz. Nicht zwei Drittel der Angeklagten würden willig Hand bieten. Sondern alle. Vielleicht mit einer, höchstens zwei Ausnahmen.

Wetten?

24 Kommentare
  1. Ratgeber
    Ratgeber sagte:

    Rat für Betroffene krimineller Aktivitäten in Liechtenstein

    Wir sind eine überregionale Rechtsanwaltskanzlei, haben schon viele Fälle von Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein erlebt und raten allen Betroffenen:

    1. Sollten auch Sie Entscheidungen Liechtensteiner Gerichte erhalten haben, die nicht neutral sind, so eskalieren Sie ihren Fall weiter bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Dort ist bekannt, dass Liechtensteiner Gerichtsentscheidungen oftmals nicht neutral sind. Acht von 10 Beschwerden zum EGMR hatten Erfolg. Die Liechtensteiner Gerichte sind an die Entscheidungen des EGMR gebunden.

    2. Melden auch Sie Ihren Fall dem Legal Attache’s Office der U.S.-Botschaft in Bern, einer Aussenstelle des amerikanischen Justizministeriums, welches aufgrund eines besonderen amerikanischen Gesetzes, dem RICO Act weltweite Zuständigkeit im Kampf gegen kriminelle Vereinigungen hat. Mittels des RICO Act erfolgten beispielsweise das Verfahren und die Verurteilungen gegen weltweit verstreute Funktionäre der FIFA.

    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    Sollten Ihnen Ihre Liechtensteiner Rechtsanwälte davon abraten, wissen Sie, dass diese ihre eigenen Interessen als Liechtensteiner vertreten und nicht Ihre.

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    • Wendy
      Wendy sagte:

      Wenn 8 von 10 Liechtensteiner Gerichtsurteile vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aufgehoben werden, dann zeigt das doch, dass die Justiz in Liechtenstein entweder unfähig oder korrupt ist.

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  2. Liechtensteiner
    Liechtensteiner sagte:

    wetten, dass in Liechtenstein alle angefragt Finanzintermediäre gerne und willig bereit wären, beim Verstecken des Geldes zu helfen?

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  3. Advice
    Advice sagte:

    We are an international law firm with extensive experience in handling cases of white collar crime in Liechtenstein. Based on our experience, we strongly advise the following steps for those affected:

    1. Appeal to the European Court of Human Rights (ECHR):
    If you have received court rulings from Liechtenstein that lack neutrality, it is imperative to escalate your case to the ECHR. It is well-documented that Liechtenstein court decisions are often not impartial. The Liechtenstein judiciary is bound by the decisions of the ECHR.

    2. Report Your Case to the U.S. Embassy’s Legal Attaché Office in Bern:
    Inform the Legal Attaché Office, a branch of the U.S. Department of Justice, about your case. Under the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), the U.S. has global jurisdiction to combat organized crime. The RICO Act has been used in high-profile cases, such as prosecuting officials associated with FIFA across the globe.

    Contact Information:
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    3. Be cautious of advice from Liechtenstein-based attorneys:
    If your Liechtenstein lawyer advises against taking such actions, be aware that they may prioritize their local interests over yours.

    Antworten
  4. Consejos
    Consejos sagte:

    Somos una firma de abogados internacional con una amplia experiencia en la gestión de casos de delitos de cuello blanco en Liechtenstein. Basándonos en nuestra experiencia, recomendamos encarecidamente los siguientes pasos para quienes se vean afectados:

    1. Apelar al Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH):
    Si ha recibido sentencias judiciales de Liechtenstein que carecen de neutralidad, es imperativo escalar su caso al TEDH. Está bien documentado que las decisiones judiciales en Liechtenstein a menudo no son imparciales. El poder judicial de Liechtenstein está vinculado por las decisiones del TEDH.

    2. Denunciar su caso a la Oficina del Agregado Legal de la Embajada de EE. UU. en Berna:
    Informe sobre su caso a la Oficina del Agregado Legal, una rama del Departamento de Justicia de EE. UU. Bajo la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), EE. UU. tiene jurisdicción global para combatir el crimen organizado. La Ley RICO se ha utilizado en casos de alto perfil, como el enjuiciamiento de funcionarios vinculados a la FIFA en todo el mundo.

    Información de contacto:
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    3. Sea cauteloso con los consejos de abogados con sede en Liechtenstein:
    Si su abogado en Liechtenstein le aconseja no tomar tales acciones, tenga en cuenta que pueden estar priorizando sus intereses locales por encima de los suyos.

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  5. Skandalmeister
    Skandalmeister sagte:

    Die Liechtensteiner Finanzmafia arbeitet nach dem Prinzip: no risk, no fun.
    Und schliesslich müssen Rolls-Royce-Sammlung, die Rolex, die Geliebte und das uneheliche Kind unterhalten werden.

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  6. Treuhänder
    Treuhänder sagte:

    Mit Liechtenstein ist es wie mit der Credit Suisse. Das Ländle ist eigentlich in jeden Finanzskandal verwickelt, den es gibt. Es ist hingegen sehr schwierig, einen Skandal aufzuzählen, wo Liechtenstein nicht drin vorkommt.

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  7. Problembär
    Problembär sagte:

    Das Problem mit Liechtensteiner Stiftungen ist, dass sie ein gutes Konstrukt sind, um komplizierte Finanzverflechtungen unter einen Hut zu bringen. Allerdings funktioniert das nur dann, wenn die Stiftungsräte anständige und seriöse Sachverwalter sind.
    Allerdings sitzt auch immer mindestens ein Liechtensteiner Treuhänder im Stiftungsrat. Und das ist das Problem.

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  8. Russki
    Russki sagte:

    Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 80 Milliarden Dollar Russengelder in Liechtenstein aufbewahrt werden. Das ist eine Summe, die weder die USA noch Trump noch das Ofac kalt lassen …

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  9. Fragender
    Fragender sagte:

    Man überlege: Warum ist eine Liechtensteiner Stiftung eine eigene Rechtspersönlichkeit? Warum hat der Stifter keinen Einfluss und keine Kontrolle über die Stiftung? Warum verweigert ihm die fürstliche Justiz gerne und schnell jedes Einsicht- und Kontrollrecht? Warum werden unbotmässige Stiftungsräte schnell einmal rausgeworfen? Warum können sich ungetreue Stiftungsräte am Stiftungsvermögen schadlos halten, bis es aufgebraucht ist? Und warum schaut der allmächtige Fürst, bzw. sein herrschender Erbprinz, dem tatenlos zu?

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  10. Undercover
    Undercover sagte:

    Wieso traut sich kein Undercover-Journalist, eine ähnliche Reportage über Liechtenstein zu machen? Ganz einfach: er müsste damit rechnen, dass er von der fürstlichen Justiz verhaftet würde und eine hübsche Weile in Untersuchungshaft schmoren würde. Denn Liechtenstein ist bekanntlich kein Rechtsstaat, sondern ein Unrechtsstaat.

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  11. Jack Dsniels
    Jack Dsniels sagte:

    Haha, wer auch nur drei Minuten auf diesem Blog war, erkennt doch sofort, dass Liechtenstein kein Rechtsstaat ist, sondern ein Untechtsstaat.

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  12. Schurkenstaat
    Schurkenstaat sagte:

    Ein Schurkenstaat wie aus dem Bilderbuch,
    der Grundrechte und Menschenrechte, insbesondere von ausländischen Erben und Begünstigten verletzt!Akteure und Handlanger aus einem Horrorfilm

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  13. Herbert
    Herbert sagte:

    Die USA sollten in Liechtenstein mal gründlich nach versteckten sanktionierten Russengekdern schauen, da werden sie bestimmt schnell fündig.

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  14. Liechtenstein macht's möglich
    Liechtenstein macht's möglich sagte:

    Unter der Schirmherrschaft des Fürsten geht in Liechtenstein so einiges, was selbst in der <Schweiz nicht mehr geht.

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  15. Der Fürst äussert sich nicht zu dem Vorwurf des kriminellen Systems in seinem Land. Warum nicht?
    Der Fürst äussert sich nicht zu dem Vorwurf des kriminellen Systems in seinem Land. Warum nicht? sagte:

    Als Staatsoberhaupt trägt der Fürst eine besondere Verantwortung für das Ansehen und die Integrität des Landes. Wenn es bereits viele Presseberichte über ein angeblich kriminelles System in Liechtenstein gibt, könnte sein Schweigen als indirekte Bestätigung gewertet werden – nach dem Motto: “Wer nichts sagt, hat etwas zu verbergen.”

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  16. Henry
    Henry sagte:

    Liechtenstein ist ein kleines Land mit einer sehr begrenzten Anzahl von Justizbehörden oder -mitarbeitern und einem stark vernetzten politischen und wirtschaftlichen Umfeld. Dies kann dazu führen, dass politische Einflussnahme schwerer zu erkennen ist, da die Machtstrukturen eng miteinander verflochten sind. Dies betrifft insbesondere die Verbindungen zwischen der Fürstenfamilie, der Politik und den wichtigsten Wirtschaftsakteuren.

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  17. "Wie Stifter in Liechtenstein enteignet werden"
    "Wie Stifter in Liechtenstein enteignet werden" sagte:

    «Wie Stifter in Liechtenstein enteignet werden»

    Das deutsche Private Banking Magazin hat schon vor10 Jahren dargestellt, wie Stifter Liechtensteiner Stiftungen immer und immer wieder mit System enteignet werden. An dem System hat sich nichts geändert, die systematischen Enteignungen finden laufend statt. Fürst und Landesregierung schauen zu und tun so, als wüssten sie von nichts.

    «Wie Stifter in Liechtenstein enteignet werden
    So mancher findiger Anleger hatte in der Vergangenheit sein Geld mittels einer Liechtensteiner Stiftung vor dem Fiskus versteckt. Für manchen gibt es nun ein bösen Erwachen, nicht wegen Datenlecks, sondern weil er von den anderen Stiftungsräten aus der Stiftung verbannt wird.»
    https://www.private-banking-magazin.de/fehler-bei-stiftungsstatuten-wie-stifter-in-liechtenstein-enteignet-werden-1420651842/

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  18. Schwarze Schafe war gestern, heute ist es systemisch
    Schwarze Schafe war gestern, heute ist es systemisch sagte:

    Verfehlungen einzelner Treuhänder, schwarzer Schafe, das war gestern. Heute sind es nicht mehr isolierte Verfehlungen einzelner schwarzer Schafe, heute ist es systemisch.

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  19. Türöffner der Korruption
    Türöffner der Korruption sagte:

    Wie bereitwillig helfen Schweizer Anwälte und andere Berater, illegale Gelder zu verstecken? Eine Undercover-Recherche aus der verschwiegenen Welt der Möglichmacher.

    „How can you make sure that this money is being considered as legal or legalized? Because I’m not sure whether it’s really legal. Can you help him with it?

    Yeah, but to answer this question, we would need to have more information. And then it’s the way we will present it to the banks, you know.“

    Gespräch mit einem Genfer Anwalt, September 2024

    https://reflekt.ch/recherchen/berater/

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  20. Norbert Krömer
    Norbert Krömer sagte:

    Ich bin durch einen Zeitungsartikel auf diese Internetseite gekommen und verfolge diese seitdem. Die Enthüllungen auf dieser Seite sind kaum zu glauben.

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  21. Was ist denn da los?
    Was ist denn da los? sagte:

    Stifter enteignet, Vorwurf eines kriminellen Systems, 80 % der Urteils werden vom Europ.. Gerichtshof gekippt. Der liechtensteiner Fürst guckt dem kommentarlos zu? Was ist denn da los in Liechtenstein?

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