Wer Post von der LLB kriegt, kriegt was zu lachen. Oder einen roten Kopf.

Wenn der «Group CEO» Gabriel Brenne zum Griffel greift, wird’s schräg. Denn die Liechtensteinische Landesbank hat nicht nur ein lockeres Verhältnis zum Bankkundengeheimnis oder zu Datenschutz oder zur Vertraulichkeit als Basis jeder Kundenbeziehung.

Denn Himmels willen, wenn da ein Untreuhänder mal anfragt, ob er nicht auf dem kurzen Amtsweg die gesamte strikt vertrauliche Bankkorrespondenz mit einem Kunden der LLB haben könne, da kann die Bank doch nicht nein sagen. Dass der Untreuhänder die Schreiben als Munition gegen den Bankkunden verwenden will, der ihm ungetreues Verhalten vorwirft? Na und, muss man doch menschlich verstehen, der arme Mann will sich gegen freche Übergriffe eines ehemaligen Stiftungsrats, den er höchstpersönlich ratsgekübelt hat, wehren.

Lustig dann auch, dass die LLB nicht etwa Einsicht zeigt; Fehler können doch passieren und irren ist fürstlich, äh, menschlich. Nein, als sie von der Liechtensteinischen Datenschutzbehörde befragt wird, fallen der Bank immer absurdere Ausreden ein, wieso dieser Kundenverrat gar keiner gewesen sei. Bis sie dann doch tatsächlich eine Verwarnung über die Rübe kriegt.

Also ist es gerecht zu sagen, dass die LLB Vertrauen, Kundenvertrauen, überhaupt Vertrauen im Banking als nice to have, aber keinesfalls als must have ansieht. Wird doch weitgehend überschätzt, hat man als fürstliche Landesbank nicht nötig. Vielleicht sieht die LLB etwas anderes als USP, zum Beispiel die Jahreszahl 1861 im Logo. Seitdem es die Credit Suisse gelupft hat, welche Bank im Umfeld kann denn behaupten, so alt zu sein? Könnte man meinen.

Aber die LLB ist vielleicht alt, jedoch keinesfalls weise. Denn wenn Sie Briefe verschickt, und das tut sie ja fleissig, dann hat ihr vielleicht Corporate Communication eingeblasen, dass zuoberst ein Betreff (wir beziehen uns auf Ihr Schreiben vom 27. Februar oder so) ganz, ganz aus der Mode gekommen ist. Viel besser, dort einen Slogan zu platzieren.

Mieft, kann weg.

Wenn man schon das alte beknackte Logo durch ein neues beknacktes ersetzt hat und viel Geld für eine Imagekampagne raushaut, dann muss doch auch ein neuer Slogan her. Dafür könnte man nun eine externe Kommunikationsagentur beauftragen, aber wieso eigentlich, das geht doch auch mit Bordmitteln.

Also steht nun gross und halbfett zum Anfang jedes Schreibens:

«LLB – ihre vertrauenswürdige Bank»

untreuhaender.li hofft, dass seine Leserschaft genügend mit Taschentüchern ausgerüstet ist. Ausgerechnet die LLB, die erst wenige Tage zuvor wegen Vertrauensbruchs verwarnt wurde, wählt das als Slogan. Das ist nassforsch. Oder eher tollkühn.

Das ist etwa so, wie wenn das die Credit Suisse schreiben würde. Gut, die würde das nicht mehr schreiben.

Aber der CEO ist schon mit allen Wassern gewaschen. Er weiss, dass man bei so Sachen nicht nach hinten, sondern in die Zukunft schauen muss. Er hat wieder die «Weichen für die Zukunft» gestellt. Denn zum «ersten Mal in unserer Gesichte» sei die LLB «mit einer Zweitniederlassung in Deutschland präsent». Wozu denn das? Blöde Frage, «noch näher, noch intensiver, schneller, effizienter».

Das mag nun der eine oder andere Kunde als unverhohlene Drohung empfinden. Die der CEO wiederholt: es sei seine «Vision», dass die LLB «eine der vertrauenswürdigsten Bank der Welt» sei, dem werde er «konsequent folgen».

Nun, bis dahin scheint es aber noch ein weiter Weg zu sein. Vom Kundenverrat, dem uneinsichtigen Ableugnen, dem Kassieren einer Rüge selbst in Liechtenstein – zu vertrauenswürdig, am würdigsten und überhaupt.

Aber mit Visionen ist es halt so eine Sache. Sie sind ja nicht real …

 

26 Kommentare
  1. FINANZ BUSINESS schreibt über die LLB Affäre: Big Trouble in little Liechtenstein - Email-Affäre bei Landesbank
    FINANZ BUSINESS schreibt über die LLB Affäre: Big Trouble in little Liechtenstein - Email-Affäre bei Landesbank sagte:

    Artikel in dem Fachmagazin für Investment Advisor FINANZ BUSINESS vom 13.01.2025
    Big Trouble in little Liechtenstein – Email-Affäre bei Landesbank
    Den vollständigen Artikel findet man hier:
    http://www.liechtensteinaktuell.com

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  2. Spionage-Affäre bei LLB
    Spionage-Affäre bei LLB sagte:

    Das ist ja ein ganzer Spionage-Roman, in dem alles zusammenkommt:
    – der Treuhänder Martin Batliner stiftet die LLB an, gegen das Bankgeheimnis und den Datenschutz zu verstossen, um Spionage gegen einen Begünstigten der Stiftung zu betreiben
    – die LLB verstösst vorsätzlich gegen das Bankgeheimnis, um die Spionage zu ermöglichen
    – die Liechtensteinische Staatsanwaltschaft kann nichts Strafbares erkennen

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    • Hannes Schneider
      Hannes Schneider sagte:

      Das ist nicht zu fassen, Da schreibt die LLB laut Seite 11 der Verfügung doch glatt:

      «Weiter konnten die Beschuldigten (gemeint sind die Treuhänder Martin Batliner und Philipp Wanger) nur durch die konkrete und vollständige Kenntnis aller Korrespondenz respektive aller darin enthaltenen Äusserungen beurteilen, ob sie sich ihrerseits gezwungen sehen könnten, gegen den «Anzeigeerstatter» strafrechtlich vorgehen zu können/müssen (üble Nachrede; falsche Verdächtigung; Verleumdung odgl.).»

      Die Bank übersendet den Treuhändern daher die gesamte Korrespondenz, damit die beiden Treuhänder diese durchsehen können, ob darin nicht vielleicht eine üble Nachrede sein könnte. Was für eine dämliche Ausrede.

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  3. Gerhard
    Gerhard sagte:

    Der Vorfall der E-Mail-Affäre mit dem Treuhänder Martin Batliner und der Liechtensteinischen Landesbank wirft ein sehr schlechtes Licht auf das Land Liechtenstein, da das Bankgeheimnis ein zentraler Bestandteil seines Finanzsystems und seines internationalen Rufes ist. Wenn eine der führenden Banken des Landes, wie die Liechtensteinische Landesbank (LLB), vorsätzlich gegen das Bankgeheimnis verstößt, beeinträchtigt dies nicht nur das Vertrauen in die Bank selbst, sondern auch in das gesamte Finanzsystem Liechtensteins.

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  4. Ingo Schaller
    Ingo Schaller sagte:

    Es wäre für die Liechtensteinische Landesbank und die Regierung entscheidend, schnell und transparent auf einen solchen Vorfall zu reagieren, um den Schaden zu begrenzen und das Vertrauen in das System wiederherzustellen.
    Erfahrungsgemäss wird dies in Liechtenstein jedoch nicht passieren, sondern wird jeder Skandal vertuscht.

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  5. Bedienungsanleitung für Treuhänder
    Bedienungsanleitung für Treuhänder sagte:

    Die Liechtensteiner Treuhänder Martin Batliner und Philipp Wanger zeigen in dem Skandal der Hartlaub-Stiftung allen anderen Treuhändern, was man in Liechtenstein als Treuhänder machen kann:

    1. Man nehme sich aus der Stiftung, deren Interessen man wahren sollte, 75’000 – 100’000 Franken pro Monat pro Person. Zusätzlich zu den 25’000 Franken Jahresgrundpauschale pro Person natürlich.

    2. Wenn der mithilfe des Gerichts abservierte Stiftungsrat und Begünstigte es tatsächlich wagt, mit einem Abberufungsantrag gegen sie vorzugehen, dann entzieht man ihm eben dessen gesetzliches Informations- und Kontrollrecht. So ist er kalt gestellt und kann nicht mehr sehen, wie sich die beiden unkontrolliert aus der Stiftung bereichern.

    3. Sollte der absolvierte Stiftungsrat und Begünstigte sich immer noch nicht zermürben lassen, dann entzieht man ihm eben dessen Begünstigung und stellt sich auf den Standpunkt, er habe mit der Stiftung nichts mehr zu tun und deswegen falle auch dessen Abberufungsantrag in sich zusammen.

    4. Und dann initiiert man noch eine Strafanzeige wegen angeblicher Untreue gegen den Begünstigten.

    Und als Kriegskasse für all diese Handlungen nimmt man als Treuhänder natürlich das Stiftungsvermögen.

    Wenn die beiden damit durchkommen, ohne abberufen zu werden, dann sind sie die besten und erfolgreichsten Treuhänder Liechtensteins aller Zeiten. Und ein Vorbild für jeden Treuhänder in Liechtenstein. Sich jeder etwa eine Million Franken im Jahr aus einer Stiftung nehmen und den Begünstigten kalt stellen – so geht es.

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    • Jeder mit jedem verwandt oder verschwägert
      Jeder mit jedem verwandt oder verschwägert sagte:

      Solche Machenschaften in Liechtenstein funktionieren deshalb, weil jeder mit jedem verwandt oder verschwägert ist. So ist der Treuhänder Martin Batliner einer der drei Namenspartner der Rechtsanwaltskanzlei Batliner Wanger Batliner. Der zweite Namenspartner der Kanzlei Christian Batliner Ist nebenamtlich Präsident des Verwaltungsrats der Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht (FMA). Und der dritte Namenspartner der Kanzlei Ralph Wanger ist nebenamtlich Regierungsmitglied. Und der Cousin des anderen in dem Artikel genannten Treuhänders Philipp Wanger.
      https://bwb.legal/de/team
      So läuft eben alles wie geschmiert in Liechtenstein.

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  6. Banker
    Banker sagte:

    Vorsätzliche Verstöße gegen das Bankgeheimnis und den Datenschutz durch eine Bank sind relevant für die Managementkompetenz und damit für die Bonität und das Rating einer Bank. Die LLB wird von Moody‘s gerated. Moody‘s wird das berücksichtigen müssen.

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  7. Intrige von Treuhänder und LLB
    Intrige von Treuhänder und LLB sagte:

    Der Treuhänder Batliner stiftet die Liechtensteinische Landesbank an, gegen das Bankgeheimnis zu verstossen, um an die vom Bankgeheimnis geschützte Korrespondenz eines Bankkunden zu gelangen. Und die Liechtensteinische Landesbank verstösst absichtlich gegen das Bankgeheimnis, um dem Treuhänder Batliner dessen Spionageaktion zu ermöglichen. Und die Liechtensteinische Staatsanwaltschaft? Die hält ihre schützende Hand über dieses strafrechtlich relevante Verhalten von Treuhänder und LLB.
    Mit solchen Intrigen verspielt Liechtenstein seine Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit.

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  8. Schein und sein bei Treuhändern, der LLB und Liechtenstein
    Schein und sein bei Treuhändern, der LLB und Liechtenstein sagte:

    Danke an die Welt am Sonntag, die auf diesen Blog aufmerksam gemacht hat.

    Was in Liechtenstein geschieht, dass ein Treuhänder die landeseigene Landesbank zu einer Spionageaktion anstiftet, die Landesbank gegen das Bankgeheimnis verstößt, um dem Treuhänder bei einem Gerichtsverfahren zu helfen und dass der Verstoß gegen das Bankgeheimnis von der Liechtensteinischen Staatsanwaltschaft nicht aufgegriffen wird, klingt unglaublich. Es wird einfach immer abstruser, was in Liechtenstein passiert.

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  9. Korruption in Liechtenstein
    Korruption in Liechtenstein sagte:

    In allen anderen westlichen Ländern würde man den Treuhänder wegen Anstiftung zur Verletzung des Bankgeheimnisses, den verantwortlichen Bankmitarbeitenden wegen Verletzung des Bankgeheimnisses und die zuständigen Staatsanwälte wegen Strafvereitelung im Amt strafrechtlich verfolgen.

    In Liechtenstein ist das anscheinend alles normal und klopft man sich wohl noch gegenseitig auf die Schultern, wie gut man wieder zusammengearbeitet hat.

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    • Klaus S.
      Klaus S. sagte:

      Wenn die Liechtensteinische Landesbank, diesen Vorfall nicht aufarbeitet, sondern Vertuscht und unter den Teppich kehrt, hat sie ihre Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit restlos verspielt.

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  10. LLB: Liechtensteinische Landesbibliothek
    LLB: Liechtensteinische Landesbibliothek sagte:

    Bei uns, der LLB, der Liechtensteinischen Landesbibliothek, erhalten alle Liechtensteiner auf Anfrage die gesamte Bankkorrespondenz aller unserer Kunden. Gern zur Vorlage bei Gericht. Senden Sie Ihre Anfrage an:
    LLB, z.Hd. Chief Compliance Officer

    Antworten
  11. LLB: Information at your fingertips
    LLB: Information at your fingertips sagte:

    At LLB, service comes first. One email is all it takes, and we will send you all the privileged documents, even if protected by banking secrecy, of your legal opponents.
    You can trust in that.
    LLB – Your trusted bank.

    Antworten
  12. LLB nimmt Automatischen Informationsaustausch ernst!
    LLB nimmt Automatischen Informationsaustausch ernst! sagte:

    Die Liechtensteinische Landesbank (LLB) nimmt den Automatischen Informationsaustausch (AIA) sehr ernst:

    Man schreibt der LLB einfach ein E-Mail – und die LLB versendet AUTOMATISCH sämtliche vom Bankgeheimnis und Datenschutz geschützten Dokumente ihres Kunden an den Anfragenden.

    Antworten
  13. LLB, Ihre Auskunftei in Liechtenstein
    LLB, Ihre Auskunftei in Liechtenstein sagte:

    Ihr vertrauenswürdiger Spezialist für die Informationsbeschaffung über unsere Kunden. Fokussiert auf die Bereitstellung von Informationen über ihre Prozessgegner.
    Vertrauen Sie auf unsere Kundendaten.

    Antworten
  14. Schon wieder ein Skandal...
    Schon wieder ein Skandal... sagte:

    Wenn der Stiftungsrat und Treuhänder Martin Batliner einen Begünstigten ausspioniert, wer möchte da nicht eine Liechtensteiner Stiftung haben?

    Wenn die Liechtensteinische Landesbank (LLB) die Bankdokumente ihres Kunden auf Anfrage eines Treuhänders und gegen den ausdrücklichen Willen des Bankkunden an den Treuhänder weitergibt, wer möchte da nicht Bankkunde der LLB sein?

    Wenn die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein den Verstoss gegen das Bankgeheimnis nicht aufgreifen will, wer möchte da nicht in die liechtensteinische Justiz vertrauen?

    Eine wahre Werbeaktion für Liechtenstein, dieser Skandal.

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  15. Darth Vader
    Darth Vader sagte:

    Es gibt eine Staatsform, die sich Kleptokratie nennt, «Herrschaft der Diebe», in der systematisch Gelder oder Ressourcen für persönliche Bereicherung gestohlen werden.

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  16. Das Ländle bietet so viel
    Das Ländle bietet so viel sagte:

    – Treuhänder, die Strukturen wie Trusts und Stiftungen plündern,

    – Richter und Staatsanwälte, die nicht neutral sind und Treuhändern deren Raubzüge erst ermöglichen,

    – Eine Landesbank LLB, die absichtlich gegen das Bankgeheimnis verstößt, um Treuhänder bei Spionageaktionen zu unterstützen,

    – und ein Kunstmuseum.

    Antworten
  17. G. Peterson
    G. Peterson sagte:

    A bank that deliberately violates banking secrecy and data protection by disclosing protected documents has permanently destroyed its credibility and trustworthiness. The bank must actively address such an incident to rebuiild credibility.

    Antworten

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