Auch die Welt am Sonntag widmet sich den Untreuhändern des Fürsten.
Fast eine ganze Seite über das Treiben der geldgierigen Langfinger im Ländle. So warnt das deutsche Wochenblatt Welt am Sonntag Anleger davor, ihr Geld ins vermeintlich sichere und rechtsstaatliche Liechtenstein zu transferieren.
Unter dem schönen Titel «Gestörter Burgfrieden» und einem düsteren Foto der fürstlichen Trutzburg oberhalb von Vaduz zählt der Autor diverse Fälle auf, die belegen, dass Stiftungen keineswegs sicher sind vor Beutelschneidern und Räubern.
Autor Cornelius Welp wird grundsätzlich:
«Es geht auch um die Glaubwürdigkeit des zentralen Versprechens eines der kleinsten und trotz aller Bekenntnisse zu internationalen Standards umstrittensten Finanzplätze Europas.»
Seine Schlussfolgerung: «Statt um Übersichtlichkeit geht es dann um Vorwürfe von Kumpanei, statt um Diskretion um den angeblich illegalen Entzug des Zugriffs auf hohe Vermögen.»
Liechtenstein versucht bekanntlich seit dem Steuerstreit und der peinlichen Entwendungen von Tausenden von Kundendaten aus der Fürstenbank LGT, sein Image als Schwarzgeldbunker abzustreifen. Aber: «Einer schattigeren Seite der Liechtensteiner Finanzbranche ist die Kehrtwende weniger gut bekommen. Ende 2013 existierten nach Daten der Aufsichtsbehörde noch rund 24.000 Stiftungen, Ende 2023 waren es nur noch knapp 7700.»
Da es immer noch die gleiche Anzahl von Treuhändern gibt, balgen die sich natürlich mit verstärkter Energie um ihre Pfründe. Während Stiftung als Versteck für unversteuertes Geld weitgehend ausgedient hat, werden die Treuhänder immer hemmungsloser, was die Herkunft der Gelder betrifft. René Benko, der seinen luxuriösen Lebensstil nach seiner krachenden Pleite im Wesentlichen den Geldern einer Liechtensteiner Stiftung zu verdanken hat, ist nur die Spitze des Eisbergs.
Welp resümiert: «Ins Zwielicht geraten sind die Stiftungen zuletzt vor allem wegen der Verbindungen zu reichen Russen. Da sie dabei geholfen haben sollen, eingefrorenes Vermögen zu verschleiern, setzte die zuständige US-Kontrollbehörde OFAC im Sommer unter anderem den früheren Vizepräsidenten der Liechtensteiner Treuhandkammer auf ihre Sanktionsliste. Damit erhöhte sich dort die Zahl der Personen und Institutionen auf 20 – im Verhältnis zur Größe des Landes ein hoher Wert und damit ein empfindlicher Kratzer im sauberen Image.»
Auf Zehenspitzen – sicherlich aus juristischen Gründen – nähert sich Welp dann dem Kern des Problems:
«Deutlich heftiger als die Sanktionsdebatte würde es das Geschäftsmodell der Stiftungen treffen, wenn sich belegen ließe, dass sich die obligatorisch eingesetzten Treuhänder tatsächlich in größerem Stil an ihnen bereicherten.»
Freundlicherweise erwähnt die WamS dann auch die unablässigen Bemühungen dieses Blogs hier:
«Den angeblichen Umtrieben im Fürstentum widmet sich sogar eine eigene Webseite. „Untreuhaender.li“ berichtet unter Überschriften wie „Selbst in Japan versaut Liechtenstein seinen Ruf“ oder „Wie im Ländle gemolken wird“ fast täglich über neue Facetten vermeintlich übler Machenschaften im Fürstentum. Die Intervention eines bekannten Schweizer Medienanwalts konnte die Suada nur kurzzeitig stoppen. Nach kurzer Pause hat die Seite den Betrieb wieder aufgenommen – und führt im Impressum nun eine Adresse in Panama auf.»
Das Wort «angeblich» kann man streichen. Aber unsere Webseite führt viel mehr Fälle als die oben zitierten auf. Richtig ist allerdings, dass wir uns vor dem Versuch schützen mussten, uns mit einer gewaltigen Klageschrift zu ruinieren.
Dem ansonsten aufrechten Artikel in der WamS ist allerdings deutlich anzumerken, dass man vor möglichen Klageschriften der Liechtensteiner Treuhandkammer durchaus Respekt hat.
So formuliert Welp gegen Schluss vorsichtig: «Dass hier krasses Unrecht geschehen ist, lässt sich ebenso wenig eindeutig belegen wie flächendeckende Plünderungen im Fürstentum.»
Dagegen hält untreuhaender.li: doch. Mit einer langen Liste von Skandalen, zu denen sich immer wieder neue gesellen, lässt sich belegen, dass Liechtenstein kein Rechtsstaat ist und natürlich flächendeckende Plünderungen von Stiftungen stattfinden. Das haben wir in bislang über 200 Artikeln nachgewiesen.
Bezeichnend ist, dass der von Liechtenstein montierte teure Medienanwalt zwar gewaltige 74 Seiten Klageschrift verfasste und dafür sicherlich rund 100’000 Franken kassierte. Aber er konnte in keinem einzigen Fall behaupten, dass eine Tatsachenaussage von untreuhaender.li nicht der Wahrheit entspräche. Peinlich, aber wahr.
Auf jeden Fall sorgt das zwielichtige Treiben einiger Untreuhänder dafür, dass der Versuch, die Weste des Finanzplatzes Liechtenstein weiss zu waschen, solange zum Scheitern verurteilt ist, wie diesem Treiben nicht endlich Einhalt geboten wird.
In einem absolutistischen Staat, in dem ein Fürst buchstäblich alles bestimmt, sollte das doch nicht zu schwierig sein.




Die Liechtensteiner Treuhänder Martin Batliner und Philipp Wanger zeigen in dem Skandal der Hartlaub-Stiftung allen anderen Treuhändern, was man in Liechtenstein als Treuhänder machen kann:
1. Man nehme sich aus der Stiftung, deren Interessen man wahren sollte, 75’000 – 100’000 Franken pro Monat pro Person. Zusätzlich zu den 25’000 Franken Jahresgrundpauschale pro Person natürlich.
2. Wenn der mithilfe des Gerichts abservierte Stiftungsrat und Begünstigte es tatsächlich wagt, mit einem Abberufungsantrag gegen sie vorzugehen, dann entzieht man ihm eben dessen gesetzliches Informations- und Kontrollrecht. So ist er kalt gestellt und kann nicht mehr sehen, wie sich die beiden unkontrolliert aus der Stiftung bereichern.
3. Sollte der absolvierte Stiftungsrat und Begünstigte sich immer noch nicht zermürben lassen, dann entzieht man ihm eben dessen Begünstigung und stellt sich auf den Standpunkt, er habe mit der Stiftung nichts mehr zu tun und deswegen falle auch dessen Abberufungsantrag in sich zusammen.
4. Und dann initiiert man noch eine Strafanzeige wegen angeblicher Untreue gegen den Begünstigten.
Und als Kriegskasse für all diese Handlungen nimmt man als Treuhänder natürlich das Stiftungsvermögen.
Wenn die beiden damit durchkommen, ohne abberufen zu werden, dann sind sie die besten und erfolgreichsten Treuhänder Liechtensteins aller Zeiten. Und ein Vorbild für jeden Treuhänder in Liechtenstein. Sich jeder etwa eine Million Franken im Jahr aus einer Stiftung nehmen und den Begünstigten kalt stellen – so geht es.
Man braucht nicht meinen, dass diese Verhaltensweise der beiden Treuhänder ein Einzelfall in Liechtenstein sei.
Das ist vielmehr standard operating procedure in Liechtenstein.
Mit tatkräftiger Unterstützung von Richtern, die vom Fürsten als Vorsitzendem der Richterwahlkommission eingesetzt sind.
Solche Machenschaften in Liechtenstein funktionieren deshalb, weil jeder mit jedem verwandt oder verschwägert ist. So ist der Treuhänder Martin Batliner einer der drei Namenspartner der Rechtsanwaltskanzlei Batliner Wanger Batliner. Der zweite Namenspartner der Kanzlei Christian Batliner Ist nebenamtlich Präsident des Verwaltungsrats der Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht (FMA). Und der dritte Namenspartner der Kanzlei Ralph Wanger ist nebenamtlich Regierungsmitglied. Und der Cousin des anderen in dem Artikel genannten Treuhänders Philipp Wanger.
https://bwb.legal/de/team
So läuft eben alles wie geschmiert in Liechtenstein.
Der vollständige Artikel aus der Welt am Sonntag vom 12. Januar 2025 Gestörter Burgfrieden findet sich hier:
https://www.abberufungsantrag-gegen-martin-batliner-und-philipp-wanger.com/
Auf der Internetseite sind ja eine ganze Reihe von Artikeln über den Fall – besser gesagt Skandal.
Den in der Welt am Sonntag erwähnte Fernsehbeitrag im ARD Wirtschaftsmagazin findet man u.a. bei youtube:
https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=ard+plusminus+Liechtenstein+erben+bangen+um+ihr+geld&mid=DE19602FD6786EB6977ADE19602FD6786EB6977A&FORM=VIRE
Das Kapern und anschliessende «Dekantieren», also Plündern von Stiftungen und Trusts durch Liechtensteiner Treuhänder mit Hilfe gewisser Richter und Staatsanwälte in Liechtenstein, ist ein seit vielen Jahren eingespieltes Verfahren, also Standard Operating Procedure. Es funktioniert deswegen so gut und schon so lange, weil den Opfern von ihren Liechtensteiner Rechtsanwälten das Märchen vom «bedauerlichen Einzelfall» erzählt wird, so dass die Opfer lange Zeit dachten, ihr Schicksal sei ein Einzelfall. Dass das Kapern und Dekantieren von Stiftungen jedoch in Wahrheit nicht nur in Ausnahmefällen, sondern sogar regelmässig und standardisiert in besonders werthaltigen Stiftungen und Trusts vorkommt, immer nach dem selben Schema, ist Fürst und Landesregierung selbstverständlich bekannt. Es wird aber bewusst nichts dagegen unternommen, es wird nichts aufgearbeitet, sondern alles professionell vertuscht. Durch zahlreiche Medienberichte ist dieses Muster organisierter Kriminalität jedoch bekannt geworden.
Eine beliebte Masche ist auch, den Begünstigten den Zugang zu ihrem Geld unmöglich zu machen, in der Hoffnung, dass die Begünstigten dann kein Geld mehr haben, um gegen die Treuhänder gerichtlich vorzugehen.
So beim Perry-Skandal, bei dem Mr. Perry (abberufen von Richter Rosenberger) sein restliches nicht in die Stiftung eingebrachtes Vermögen der Stiftung als Darlehen gegeben hatte. Die Stiftung wurde gekapert und Mr. Perry die Darlehen wieder zurück bezahlt, noch die Zinsen bezahlt.
So im aktuellen Bacardi-Skandal, in dem Lady Bacardi (abberufen von Richter Rosenberger) anders als in Liechtenstein in der Schweiz ein Urteil erstritten hatte, womit sie Zugriff auf ein Bankkonto in der Schweiz erhielt. Der Treuhänder Bernhard Lorenz hat das Konto sofort geräumt und das Geld nach Liechtenstein geschafft.
Das Private Banking Magazin titelte «Wie Stifter in Liechtenstein enteignet werden»
Das Entfernen von ausländischen Stiftungsräten durch liechtensteiner Stiftungsräte ist ein perfides System, welches immer wieder angeewendet wird. Das Private Banking Magazin hat schon in einem früheren Artikel hiervor gewarnt:
«So mancher findiger Anleger hatte in der Vergangenheit sein Geld mittels einer Liechtensteiner Stiftung vor dem Fiskus versteckt. Für manchen gibt es nun ein bösen Erwachen, nicht wegen Datenlecks, sondern weil er von den anderen Stiftungsräten aus der Stiftung verbannt wird.»
https://www.private-banking-magazin.de/fehler-bei-stiftungsstatuten-wie-stifter-in-liechtenstein-enteignet-werden-1420651842/
Das Wirtschaftsmagazin CAPITAL berichtete:
Treuhänder
Liechtenstein: zu untreuen Händen
Sie waren die heimlichen Herrscher von Liechtenstein und verwalteten Milliarden: die Treuhänder. Nachdem das Fürstentum das Bankgeheimnis aufgeweicht hat, kommen nun erstaunliche Betrugsfälle ans Licht
https://www.capital.de/geld-versicherungen/liechtenstein-zu-untreuen-haenden
Weiterer Auszug aus dem Bericht in CAPITAL
„Es gibt eine ganze Reihe solcher Fälle“, sagt der Konstanzer Anwalt Jürgen Wagner, der seit Jahren durch Treuhänder geschädigte Mandanten vertritt. Bei ihm laufen die Fälle unter dem Stichwort „kinderlose Witwen“. Man finde häufiger die Konstellation, dass eine Familienstiftung eingerichtet sei, die Erben aber trotz ihres Anspruchs auf das Vermögen gar nichts von der Stiftung wüssten – und die Treuhänder, die im Besitz der Unterlagen seien, sie auch nicht benachrichtigen. Viele Kunden hätten sich auf Gedeih und Verderb ihren Treuhändern ausgeliefert, sagt ein anderer Anwalt einer renommierten deutschen Kanzlei: „Oft sind die Treuhänder eiskalte Menschen, die nur das Geld sehen.“
«Wir dachten, Liechtenstein sei einer der sichersten Orte der Welt», sagt Ian Burns, Protektor des geschädigten Aspasia Trusts. «Leider ist das Gegenteil der Fall»
https://www.handelszeitung.ch/neuer-finanzskandal-in-liechtenstein-der-untreuhander-172313
Die NZZ titelte am 30. September 2023 «Im Ländle regiert Richter Kafka».
https://www.nzz.ch/wirtschaft/im-laendle-regiert-richter-kafka-ld.1782602
Ohne Abonnement der NZZ ist der Artikel auch hier zu lesen:
https://www.lie-zeit.li/2023/10/im-laendle-regiert-richter-kafka/
Die NZZ titelte am 30. September 2023 «Im Ländle regiert Richter Kafka».
Den Artikel kann man hier kostenlos laden:
https://www.lie-zeit.li/2023/10/im-laendle-regiert-richter-kafka/
Das konnte jetzt selbst die Liechtensteiner Zeitung Vaterland, die sonst immer schön Wetter über Liechtenstein suggeriert, nicht unter den Teppich kehren:
Vaterland am 27. August 2024:
USA sanktionieren ehemaligen Vizepräsidenten der Treuhandkammer
Das US-Finanzministerium wirft den Treuhändern Anton Wyss und Alexander Lins vor, Geschäfte mit sanktionierten Russen unterhalten zu haben. Die beiden Treuhänder dementieren sämtliche Anschuldigungen.
https://www.vaterland.li/liechtenstein/wirtschaft/usa-sanktionieren-ehemaligen-vizepraesidenten-der-treuhandkammer-art-574582
Der Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act (RICO Act) ist ein U.S.-amerikanisches Bundesgesetz. Ursprünglich als Anti-Mafia-Gesetz erlassen, ist es eine weltweit anwendbare Rechtsgrundlage für die U.S.-Behörden zur Bekämpfung und Verurteilung von kriminellen Aktivitäten von kriminellen Vereinigungen des organisierten Verbrechens. So haben die U.S.-Strafverfolgungsbehörden den internationalen Fußballverband FIFA als korrupte Organisation im Sinne des RICO Act betrachten. Vielleicht könnten die U.S.-Behörden Banker, Treuhänder, Staatsanwälte und Richter als kriminelle Vereinigung des organisierten Verbrechens betrachten, sollten diese unrechtmässig handeln und kollaborieren.
Harry Gstöhl wurde wegen Untreue, Betrugs und Geldwäsche zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Mario Staggl wurde wegen Untreue und Betrugs zu einer Haftstrafe von 6,5 Jahren verurteilt.
Der Liechtensteiner Treuhänder Dr. Bernhard Lorenz ist in den Bacardi-Trust-Skandal verwickelt. Im Rahmen der Trustverwaltung, die er gemeinsam mit Lady Monika Bacardi und einem weiteren Treuhänder innehatte, wurde Lady Bacardi auf Antrag von Dr. Lorenz als Treuhänderin des Trusts abberufen. Das Fürstliche Landgericht und das Obergericht bestätigten diese Entscheidung, obwohl Monika Bacardi sowohl für sich selbst als auch für ihre minderjährige Tochter handelte.
Martin Batliner und Philipp Wanger sind in den Fall der Hartlaub-Stiftung involviert. Die Treuhänder entzogen einem Begünstigten dessen gesetzliches Informations- und Kontrollrecht, bevor sie ihm die Begünstigung entzogen und dann eine Strafanzeige gegen ihn initiierten.
Diese Fälle zeigen, wie Liechtensteiner Treuhänder und die Justiz des Landes immer wieder in den Fokus internationaler Kritik geraten, insbesondere wegen fehlender Transparenz und Kontrolle bei der Verwaltung von Trusts und Stiftungen.
Justiz nach Fürstenart
Liechtenstein ein Rechtsstaat? Da wird mit zwei Ellen gemessen und ist (fast) jeder mit jedem verwandt oder verschwägert – oder im Bett.
https://insideparadeplatz.ch/2024/03/07/justiz-nach-fuerstenart/
Niemand, der die hier aufgelisteten Artikel durchgeschaut hat, traut sich noch nach Liechtenstein. Nicht einmal mehr zum Kaffeetrinken.
Der Name Liechtenstein taucht immer dann auf, wenn es um große Vermögen geht. Denn im Fürstentum scheint Geld sicherer aufgehoben zu sein als anderswo. Doch immer mehr Fälle lassen Zweifel am zentralen Versprechen des Alpenlandes aufkommen.
https://www.welt.de/wirtschaft/plus251034324/Geld-Abschied-von-Europas-letztem-Geld-Paradies.html
Was für ein vertrauenswürdiges Land!