«Inside Paradeplatz» erzählt eine Schmonzette aus dem Innenleben einer Liechtensteiner Bank.
Edel und vornehm der Auftritt: «Ihre Kreditbank im Fürstentum Liechtenstein» verspricht der Webauftritt der Sigma Kreditbank in gepflegtem Karminrot auf dezentem Grau. Weniger edel war der Auftritt ihres CEO Roger Herren in einem Indoor-Spielpark in Dornbirn.
IP schildert eine köstlich-kaputte Szene von dort. Offenbar hat Herren in diesem Kinderparadies eine Geburtstagsfeier für seinen Sprössling geschmissen. Natürlich durfte der weitere Gspänli mitbringen. Und was ist eine Geburtstagssause ohne Geburtstagstorte? Eben.
Aber wieso die vor Ort käuflich erwerben, ist doch viel kostengünstiger, wenn man sie selber mitbringt, dachte sich der führende Ländle-Banker. Denn wer den eigenen Rappen nicht ehrt, nicht wahr. Oder muss man befürchten, dass das Honorar eines CEO einer Liechtensteiner Bank nicht mal dafür reicht? Aber dann hätte er doch bei seiner eigenen Bank sicherlich einen Kredit aufnehmen können.
Aber gut, damit begann aber der traurige Teil der lustigen Feier. Denn Angestellte machten Herren darauf aufmerksam, dass im Kinderparadies Konsumationsverbot für mitgebrachte Speisen existiert. Ist keine Willkür, stehe so in der Hausordnung. Also weg mit dem mitgebrachten Kuchen, schliesslich könne man auch im hauseigenen Restaurationsbetrieb etwas bestellen.
Nicht mit mir, dachte sich offenbar Herren herrisch und mampfte laut IP provokativ seinen mitgebrachten Kuchen weiter. Wie’s weiterging, schildert der Chef des Kinderparadieses gegenüber IP:
„Man darf bei uns keine Speisen und Getränke von draussen konsumieren, weil wir auch ein ganz normales Restaurant sind.“
„Meine Kollegin hat ihn ganz höflich drum gebeten, die Torte, die sie mit hatten, nicht zu verspeisen.“
„Er hat sich geweigert, dies zu befolgen, und wurde dann auch sehr unangenehm.“ Schliesslich sei es zum Eklat gekommen.
„Da wir ein Kinderbetrieb sind und solch ein Verhalten hier nicht dulden können, haben wir ihn gebeten zu gehen. Er hat sich wieder geweigert und wir haben dann, auf seinen Wunsch hin, die Polizei angerufen.“
Die dann die Party abrupt beendete und den kindischen Bankenchef samt Kinderschar aus dem Kinderparadies spedierte.
Da erhebt sich mal wieder die Frage, wie selbstherrlich, abgehoben und arrogant ein CEO einer Liechtensteiner Bank sein darf. Und ob der auch sonst der Auffassung ist, Regeln und Hausordnungen gälten vielleicht für andere, aber nicht für ihn.
Die Bank selbst wollte laut IP keine Stellung nehmen. Aber Autor Lukas Hässig beendet die kleine, aber wirklich bezeichnende Story mit einer lustigen Schlusspointe:
«Banker Herren dürfte die nächste Party woanders organisieren. Die „Spielfabrik“ hat ihn mit einem Hausverbot belegt.»
Blöd auch, dann kann er nicht mehr vom attraktiven Wechselkurs vom Euro zum Franken profitieren. Aber immerhin vielleicht in der freien Natur das mitgebrachte Picknick ungestört verzehren. Falls er sich da an alle Regeln hält … So wie beim Banking.




Was für eine widerwärtige Arroganz.
„Ich bin aus Liechtenstein, ich bin Banker, ich habe mehr Geld als du, du kleines Würstchen, ich bestimme hier!“
Das repräsentiert Liechtenstein perfekt im Ausland.
Wenn sich schon Vorstände der Liechtensteiner Treuhandkammer einen Dreck um Recht und Gesetz scheren, Liechtensteiner Richter auf das Gesetz pfeifen – wieso sollte sich dann ein Liechtensteiner Banker an irgendwelche Hausordnungen, noch dazu im Ausland halten, das wäre doch lächerlich.
Bitte kommen Sie nicht zu uns. Wir brauchen ihr Geld und solche Leute wie Sie nicht.
Wir in SG brauchen diese Leute aus Liechtenstein auch nicht.
Wir brauchen solche Leute auch nicht, von denen haben wir schon genügend. Bitte im Ländle bleiben.
Auch wir brauchen Sie nicht, danke für das Zuhausebleiben.
So wichtig und so reich wie ich ist keiner…
denn ich bin Liechtensteiner!
Und keiner wäscht dein Geld reiner
als ein Liechtensteiner
Wenn sich der Repräsentant der Sigma Bank so aufführt, sollte sich die Bank gründlich überlegen, ob das der richtige Repräsentant für sie ist. Ob sich die Bank als herrisch, Überheblich und arrogant darstellen möchte.
Warum sollte sich der CEO einer Liechtensteiner Bank anständiger benehmen als zahlreiche Liechtensteiner Treuhänder, Richter usw?
In Vorarlberg gibt es Spielparks, in Liechtenstein Spielbanken. Vorarlberg ist eben seriös.
Hinter der Sigma Kreditbank steht Martin Schlaff, einer der reichsten Männer Österreichs. Die Sigma Kreditbank bringt Kleinkredite an den Mann. Der CEO der Sigma Bank Roger Herren hätte ja einen Kleinkredit aufnehmen können, wenn er sich den Kuchen in dem Spielpark nicht leisten kann.
Die Kinder werden alle schön brav zu Hause und in der Schule erzählt haben, dass der Vater ihres Freundes sich so aufgeführt hat, dass die Polizei kommen musste und alle aus dem Spielpark rausgeflogen sind. Jetzt wissen es alle Eltern und die ganze Schule. Ein unvergesslicher Geburtstag!
Was für ein peinlicher Auftritt. Als CEO einer Bank ist zu jemand jedenfalls nicht mehr geeignet.
Das zeigt wieder einmal, dass manchen Treuhändern, Richtern oder Bankern in Liechtenstein nichts, aber auch gar nichts zu dumm oder zu peinlich ist.
Liebe Liechtensteiner
Bleibt doch bitte einfach in eurem Land und fahrt nicht ins Ausland.
Vielen Dank!
Roger Herren sollte Botschafter von Liechtenstein werden, er repräsentiert es doch ganz hervorragend.
Die Geschichte passt exakt ins Bild der FL-Banker, arrogant und überheblich.