Nicht nur aktuell ist Liechtenstein gut im Totschweigen.
Neben den Treuhändern mit ihren Skandalen ist Liechtenstein nicht nur auf seine Bedeutung als Finanzplatz stolz. Sondern auch auf die Tatsache, dass es über eine gesunde Industrie verfügt.
Eine Firma wird da immer zuvorderst genannt: Hilti, der weltbekannte Werkzeughersteller. Sein roter Koffer ist nicht nur eine geniale Marketing-Idee, der Inhalt ist auch tatsächlich erstklassig. 1941 gründete Martin Hilti gemeinsam mit seinem Bruder Eugen in einer Garage den Konzern. Der beschäftigt heute mehr als 25’000 Mitarbeiter und macht Milliardenumsätze. Grossartig.
Weniger grossartig ist, dass Martin Hilti nicht nur ein begabter Konstrukteur und Unternehmer war, sondern ein glühender Nazi. Er war nicht nur Mitglied der VDBL, der Volksdeutchen Bewegung in Liechtenstein, die nichts lieber als den Anschluss des Fürstentums an Nazi-Deutschland wollte. Er war auch noch «Schriftführer», wie im Nazideutsch ein Chefredaktor hiess, von «Der Umbruch». Da eiferte er der deutschen Pestbeule «Der Stürmer» nach.
Natürlich wollte auch Hilti Liechtenstein «judenrein» sehen. So beschimpfte er Paul Wollenberger (der Vater des bekannten Autors und Theatermanns Werner Wollenberger), der 1939 aus Nazideutschland mit seiner Familie nach Schaan flüchtete: «Jud Wollenberger ist ein Parasit und ein Zwietrachtstifter in der Gemeinde. Die Schaaner fordern eindeutig die Ausweisung des Juden Wollenberger.» Was höchstwahrscheinlich den Gang in die Gaskammer bedeutet hätte. Glücklicherweise blieb der Familie das Schicksal erspart.
Hilti spionierte darüber hinaus für Nazideutschland und machte gute Geschäfte mit dem Hitler-Faschismus. Als der Konzern 2016 sein 75-jähriges Bestehen feierte, war allgemein Jubellaune im Ländle. Den riesigen braunen Fleck auf dem roten Koffer übersah man aber geflissentlich.
Immerhin, als Liechtenstein 1956 den 150. Jahrestag seiner Unabhängigkeit feierte, hätte Hilti mit dem Ritterkreuz geehrt werden sollen. Dagegen erhob sich Protest, schliesslich hatte Hilti dafür gekämpft, dass sein Land im «Grossdeutschland» aufgehen solle. Daraufhin wurde sein Ehrung zurückgestuft – er blieb ihr wütend fern. Denn von nachträglichem Bereuen war keine Spur zu entdecken.
Hilti, der 1997 verstarb, war nicht nur radikaler Nationalsozialist, sondern auch freiwilliges Mitglied der Waffen-SS. Für seine Spionagetätigkeit im Dienste des Dritten Reichs wurde er 1945 in St. Gallen zu sieben Jahren Haft und 15 Jahren Landesverweis verurteilt. Allerdings in Abwesenheit. Bis 1968 traute sich Hilti nicht mehr, die Schweiz zu betreten.
Und dann gibt es noch die tragische Geschichte des Versuchs einiger Liechtensteiner Nazis, zwei jüdische Theaterunternehmer, die sich nach Vaduz geflüchtet hatten, zu entführen und den deutschen Schergen auszuliefern. Das endete mit Tod und Leiden, auch so eine Geschichte, die im Ländle zwar zumindest die Älteren noch kennen, aber über die man nicht spricht. Fällt der Name Rotter, herrscht tiefes Schweigen.
Genauso tief ist das Schweigen über die braune Vergangenheit Hiltis. Sie fehlt in der Firmengeschichte, sie wird totgeschwiegen in Liechtenstein.
Darin ist das Ländle wirklich hervorragend gut. Was unangenehm ist, wie aktuell die ständigen Skandale der Treuhänderzunft, wird einfach ignoriert. Geht das nicht, wird über angeblich unqualifizierte und falsche Angriffe aus dem bösen Ausland perseveriert. Nestbeschmutzer wie Franco Ruault, der ein Buch über «Martin Hilti – «Volksdeutscher» Unternehmer im Fürstentum Liechtenstein» geschrieben hat, werden so gut es geht ignoriert. Damit hat er aber noch Schwein gehabt, Alois Büchel ist es noch ganz anders ergangen, aber auch das wäre eine andere Geschichte.




Vielleicht sollte Hilti seine Koffer statt rot braun machen.
Und wie geht Hilti mit seiner Geschichte bzw. der Geschichte ihres Unternehmensgründers um? So wie im Ländle üblich…verschweigen und vertuschen.
Während des Zweiten Weltkriegs trat Martin Hilti im Jahre 1941 freiwillig in die Waffen-SS ein.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Martin_Hilti
https://www.beobachter.ch/gesellschaft/martin-hilti-der-nazi-mit-dem-roten-koffer
Franco Ruault
Geschäftsmodell Judenhass: Martin Hilti – «Volksdeutscher» Unternehmer im Fürstentum Liechtenstein 1939–1945
Das Buch untersucht das Leben des Liechtensteiner Unternehmers Martin Hilti (1915–1997) und seine Beziehung zum Nationalsozialismus im Fürstentum Liechtenstein. Der Begründer der Maschinenbau Hilti, der heutigen Hilti AG in Schaan, war einer der aggressivsten Verfechter des Nationalsozialismus im Fürstentum. Im berüchtigten Hetzblatt «Der Umbruch» denunzierte, verhöhnte und verspottete Hilti jahrelang Juden in Liechtenstein und forderte die Vernichtung der «jüdischen Rasse». Der Autor analysiert, welchen Einfluss Hiltis radikalökonomische Einstellung auf sein Leben, sein Wirken und, nicht zuletzt, auf sein Unternehmen hatte. Das Buch zeichnet das Bild von Martin Hilti, vom radikalen Nationalsozialisten zum Vorzeigeunternehmer.
HILTI:
https://www.jta.org/2000/08/30/default/liechtensteins-nazi-connection
HILTI Bohrmaschine zu verschenken. Wie neu, hat nur ein paar braune Flecken.
It is sad and concerning that an internationally active company does not address its past.
Hilti sollte sich für seine braune Vergangenheit schämen.
Hilti würde viel besser dastehen, wenn es seine Vergangenheit aufarbeiten würde, anstatt sie zu vertuschen. Vertuschen ist feige, die Vergangenheit angehen wäre couragiert.
Verdrängen und vertuschen ist feige!
Das ist niederträchtig, die Vergangenheit nicht anzupacken, sondern totzuschweigen, Familie HILTI!
Fremdschämen für HILTI.