In Liechtenstein ist alles Gold, was glänzt. Auch Trompetengold.

Selbstverständlich ist die ehemalige Bank Alpinum, die in Bank Sora umbenannte, Pardon, die als Bank Sora i.L. firmierende Bank, also in Liquidation, das schwarze Schaf unter den weissen Banken Liechtensteins.

In den übrigen Geldhäusern geht es gesittet und anständig, seriös und ins fromme Schaffen konzentriert zu und her. Besonders bei den drei grossen auf dem Finanzplatz Vaduz, wozu die VP Bank einwandfrei gehört.

Natürlich ist die «solide aufgestellt» und verfüge «über qualitativ gefestigte Grundlagen», was immer das sein mag. Auf jeden Fall ermögliche das, «die Strategie der Gruppe in der zweiten Strategiehälfte erfolgreich weiterzutreiben». Also alles Friede, Freude, Eierkuchen, Ihre Durchlauchten werden ihre Freude an einer solchen Bank haben.

Allerdings jubiliert einer nicht gerade vor Freude. Immerhin der CEO der Bank: «Paul Arni übergibt seine Funktion im gegenseitigen Einvernehmen per sofort an Urs Monstein.»

Dann wird noch das übliche Süssholz geraspelt: «Der Verwaltungsrat der VP Bank Gruppe dankt Paul Arni ausdrücklich für sein grosses Engagement und seine Führung, mit der er in einem für die VP Bank herausfordernden Umfeld die Umsetzung der Strategie 2026 vorangetrieben hat.» Das Umfeld, ist es eigentlich nicht immer herausfordernd? Aber item, die Frage ist doch wohl, wenn Arni so engagiert zur Sache ging, die Bank super aufgestellt ist und über Grundlagen verfüge, die so gefestigt sind wie die fürstliche Trutzburg: wieso musste er dann gehen?

Wieso musste er dann Knall auf Fall gehen? Einen ersten Hinweis liefert vielleicht der Börsenkurs der VP Bank. Der halbierte sich fast während der knapp fünfjährigen Amtszeit von Arni. Noch fataler: die Cost/Income-Ratio lag 2023 bei turmhohen 86 Prozent. Bei der LLB nebenan sind es lediglich 65 Prozent. Daraus resultierte eine magere Verzinsung des Eigenkapitals von vier Prozent, eine Wertvernichtung.

Eine Analyse des Fondsmanagers VTM Group, auch nebenan in Vaduz zu Hause, war vernichtend: «Das ausgeprägte Kostenwachstum in den letzten Jahren (2021 CHF 272.1 Mio., 2022 CHF 291.2 Mio., 2023 CHF 313.5 Mio.), für welches der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der VP Bank hingegen verantwortlich sind, erbrachte bis dato keine nennenswerten Resultate für den Aktionär.»

Interessant ist hier, dass für dieses Desaster auch der Verwaltungsrat verantwortlich gemacht wird. Es gibt allerdings einen entscheidenden Unterschied zwischen VR und Geschäftsleitung. Die GL kann den VR nicht entlassen, aber von diesem entlassen werden.

Also wird das Problem auf Liechtensteiner Art gelöst. Zuerst wird ein bunter Goldkessel mit hübschen Blümchen und Honigschöpfer hingestellt. Alles prima, alles gut, erfolgreich, zukünftig weiter, das gesammelte Blabla. So wie wenn Liechtenstein offiziell über seine Treuhänderszene spricht. Das ist auch alles Gold, was glänzt, die Treuhänder sind treusorgende und fromme Verwalter fremder Gelder, alleine schon ihr Glauben verbietet ihnen, meins und deins nicht strikt auseinanderzuhalten. Aber dann gibt es immer wieder diese schwarzen Schafe, diese Einzelfälle.

Bei der VP Bank ist es ganz genau so. Alles lief super. Alles läuft super. Alles wird super laufen. Ach, so nebenbei, wir haben gerade unseren CEO fristlos rausgehauen. Nicht so super, aber kein Grund, an der güldenen Zukunft der Bank zu zweifeln. Ach, Halbierung des Aktienkurses, astronomisches Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen, überhaupt Ausgabenwachstum bei mickriger Verzinsung des Eigenkapitals?

Also bitte, wer wird das denn so negativ sehen wollen, ergötzt Euch doch lieber an diesem wunderschönen Blumengeldtopf, der glänzt doch wunderbar.

 

8 Kommentare
  1. Insider aus FL
    Insider aus FL sagte:

    Arni’s Strategie ist komplett gescheitert, Arni hat komplett versagt und die VP ist eine über-komplizierte Bruchbude mit einer desolaten Infrastruktur, sinnloser Börsenkotierung und einem scheiternden Asiengeschäft. Man kann erst richtig mit dem Aufräumen anfangen, wenn man der Wahrheit in die Augen schaut.

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  2. Josef S.
    Josef S. sagte:

    Miserable Zahlen bei der VP Bank, Verletzung des Bankgeheimnisses bei der Liechtensteinischen Landesbank (LLB). Der Bankplatz Liechtenstein brilliert.

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  3. Berater
    Berater sagte:

    Die VP Bank mit ihren schlechten Zahlen und die LLB, die das Bankgeheimnis anscheinend ignoriert, treiben die Kunden in die Schweiz. Die Schweiz bedankt sich.

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  4. Verletzung des Bankgeheimnisses durch die LLB?
    Verletzung des Bankgeheimnisses durch die LLB? sagte:

    Verletzung des Bankgeheimnisses durch die LLB? Lese ich das richtig? Das wäre ja ein Hammer.

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  5. Insider
    Insider sagte:

    Die Liechtensteinische Landesbank AG (LLB) hat gegen den ausdrücklichen Willen eines Kunden dessen gesamte interne Korrespondenz eines Jahres mit der Bank an die Liechtensteiner Treuhänder Philipp Wanger und Martin Batliner, die Prozessgegner des ausländischen Bankkunden sind, herausgegeben. Diese haben die Korrespondenz dann in dem laufenden Gerichtsverfahren vorgelegt.

    Eine «Gefälligkeit» der LLB auf dem kurzen Dienstweg, um den beiden Treuhändern entgegenzukommen. Diese «Gefälligkeit» dürfte jedoch im Klartext nichts anderes sein als ein vorsätzlicher Verstoss gegen das Bankgeheimnis und den Datenschutz des Kunden.

    Ob die LLB damit ihrem eigenen Ruf und dem Ruf des gesamten Banken- und Finanzstandorts einen Gefallen getan hat, darf bezweifelt werden.

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  6. Verletzung des Bankgeheimnisses durch die LLB
    Verletzung des Bankgeheimnisses durch die LLB sagte:

    Das ist unfassbar! Bei uns würde dies sofort von der Bankenaufsicht untersucht werden und entsprechende Konsequenzen haben.

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  7. Ludwig
    Ludwig sagte:

    Ja, in jedem Rechtsstaat würde eine Verletzung des Bankgeheimnisses Konsequenzen haben. Aber doch nicht im Ländle, wetten?

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  8. Berger & Berger
    Berger & Berger sagte:

    Bitte informieren Sie uns über den Fortgang der Angelegenheit der beschriebenen Verletzung des Bankgeheimnisses durch die Liechtensteinische Landesbank.

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