Es gibt Absonderliches zu vermelden.
So hören sich Finanznachrichten aus dem Ländle an:
«Wie schon beim Wolf Millionäre ist CHF 300»‘ GTD Sharkbay in drei Abschnitte unterteilt. Die ersten beiden Flights spielen in Tag 2A und haben ein günstigeres Buy-In von CHF 250 + 50. In den regulären Flights wird mit 50’000 Chips und 40 Minuten Levels gespielt, das Finale mit 40 bzw. 50 Minuten Levels. Gestern nutzten gleich 108 Spieler die erste Gelegenheit, 56 Mal wurde auch noch nachgekauft.» Sagt das Grand Casino.
Alles klar?
«Modern, vielfältig und erfolgreich. … Liechtenstein bietet eine stabile Rechts- und Gesellschaftsordnung. … Ende 2023 verfügten in Liechtenstein 135 Treuhänder und 214 Treuhandgesellschaften über eine Bewilligung.» Auch sonst ist nur Erfreuliches zu vermelden: die elf Liechtensteiner Banken verwalten Vermögen im Wert von rund 440 Milliarden Franken, das Fondsvolumen explodierte geradezu auf 100 Milliarden, ein Plus von 45 Prozent. Sagt die Finanzmarktaufsicht (FMA) von fürstlichen Gnaden.
Das Casino meldet: «Der Sieger konnte sich auf CHF 3’660 freuen, aber zunächst gab es schon einen kleinen Deal auf der Bubble, der auch Christian Kempf noch CHF 200 als Trostpflaster bescherte. Ab heute geht es ins tiefe Becken, das CHF 300’000 Sharbay Main Event beginnt.»
«Insgesamt betreuten die liechtensteinischen Vermögensverwaltungsgesellschaften per Jahresende
2023 über 9’000 Kunden in der Portfolioverwaltung sowie Anlageberatung, die sich zu 82% in nicht-
professionelle Kunden, zu 5% in Investmentunternehmen, OGAW oder AIF sowie zu 13% in professi-
onelle Kunden einteilen lassen. Die Gesamtanzahl der Kunden hat sich gegenüber den Vorperioden deut-
lich gesteigert.» Sagt die FMA.
Alles klar?
Eigentlich nicht. Denn hier wird einiges nicht gesagt. Beim Casino ist das eher einfach. Dort gilt: die Bank gewinnt immer. Welches Game der Spieler auch bevorzugt, ob Black Jack, Roulette oder Pokern, der einzig sichere Sieger ist das Casino. Bei den übrigen Teilnehmern gilt: was einer gewinnt, verliert ein anderer. Denn es ist ja ein Nullsummenspiel, bei dem nicht Geld gedruckt wird.
Auch im Finanzsektor wird kein Geld gedruckt, aber es flattert hinein. Das ist insofern erstaunlich, als das Gebiet Stiftung und Treuhand in gewissen Zügen auch einem Casino gleicht. Nur gilt hier: der Treuhänder gewinnt immer. Entweder, indem er sich die normalen Fees, Gebühren und sonstige Abgaben von der Stiftung abgreift. Oder aber, indem er noch zusätzliche Aufwände erfindet, die sein Einkommen ungemein erhöhen.
Oder aber, indem er den Begünstigten aus seiner eigenen Stiftung raushaut und ihm jegliches Informationsrecht verweigert. Das wäre so, wie wenn die Bank am Roulettetisch nicht bekanntgäbe, auf welche Zahl denn die Kugel gefallen ist.
Da kämen wir dann zum Thema «Liechtenstein bietet eine stabile Rechts- und Gesellschaftsordnung». Letzteres stimmt sicher, der Fürst sitzt sowas von sicher in seinem Sattel, dass ihn seine Kollegen Monarchen im übrigen Europa sicherlich beneiden.
Etwas schitterer sieht es mit der «stabilen Rechtsordnung» aus. Wer in Liechtenstein zu seinem Recht kommen will und kein Einheimischer ist, der hat’s schwer. Mangelnder Anfangsverdacht, keine Zuständigkeit, Monate- und jahrelange Dauer eines Gerichtsverfahrens, wenn ein Ausländer klagt, blitzschnelle Entscheidung, ist’s ein Einheimischer.
Das macht die Entscheidung sehr schwer, ob man einem Neukunden, der mit Liechtenstein als Aufbewahrungsort für sein Vermögen liebäugelt, raten soll. Im Casino ist das Geld manchmal weg, und die Bank gewinnt immer. In einer Stiftung ist das Geld manchmal weg, und der Treuhänder gewinnt immer. Vielleicht kann man eine leichte Präferenz feststellen.
Denn wie auch immer man Geld verliert, im Casino ist es irgendwie spassiger.




Die Liechtensteinische Landesbank AG (LLB) hat gegen den ausdrücklichen Willen eines Kunden dessen gesamte interne Korrespondenz eines Jahres mit der Bank an die Liechtensteiner Treuhänder Philipp Wanger und Martin Batliner, die Prozessgegner des ausländischen Bankkunden sind, herausgegeben. Diese haben die Korrespondenz dann in dem laufenden Gerichtsverfahren vorgelegt.
Eine «Gefälligkeit» der LLB auf dem kurzen Dienstweg, um den beiden Treuhändern entgegenzukommen. Diese «Gefälligkeit» dürfte jedoch im Klartext nichts anderes sein als ein vorsätzlicher Verstoss gegen das Bankgeheimnis und den Datenschutz des Kunden.
Ob die LLB damit ihrem eigenen Ruf und dem Ruf des gesamten Banken- und Finanzstandorts einen Gefallen getan hat, darf bezweifelt werden.
Das Bankgeheimnis gilt wohl nicht mehr in Liechtenstein, das ist ja spannend!
So funktioniert Vetternwirtschaft in solchen kleinen Ländern wie im Ländle, der eine Schwager bei der Bank gibt mal schnell Unterlegt heraus, der andere Schwager bei der Staatsanwaltschaft stellt eine eventuelle Strafanzeige wegen Verletzung des Bankgeheimnisses schnell ein…
Wie viele Kunden ihre Gelder wohl abziehen würden, wenn sie wüssten, dass das Bankgeheimnis in Liechtenstein nur auf dem Papier steht?
Eine vorsätzliche Verletzung des Bankgeheimnisses ist ein absolutes No Go. Der VR sollte den CEO der Liechtensteinischen Landesbank rauswerfen.
Die können ja Philipp Rickenbacher oder Paul Arni nehmen. Die haben zwar keine guten Zahlen geliefert, aber nicht solche Knaller wie Verletzung des Bankgeheimnisses.
Nachdem wie man so lesen kann bei Liechtensteiner Trusts und Stiftungen ausländische Stiftungsräte systematisch mit tatkräftiger Unterstützung bestimmter Richter rausgekegelt werden und die Begünstigten so enteignet werden, fällt diese Option aus.
Wenn bei den Banken in Liechtenstein das Bankgeheimnis vorsätzlich verletzt wird, dann ist das auch keine gute Idee.
Dann Ist wohl das Spielcasino inzwischen die beste Option, wohin man sein Geld in Liechtenstein bringen kann.
Am besten die Räuberhöhle Liechtenstein weiträumig umfahren.