Kleine Fische und grosse Haifische in Liechtenstein.
Schon manch kleiner Stifter oder Begünstigter oder Erbe eines Stifters musste bitter erfahren, dass im Gegensatz zu seiner Annahme in der Stiftung nichts drin ist. Leer, alle, reine Hülle. Wohin denn das Geld verschwunden sei? Tja, sagt da der Liechtensteiner Treuhänder, dazu könne er leider, leider nichts sagen; Anwaltsgeheimnis, nicht wahr.
Aber das sind ja nur die kleinen Piranhas, die in den trüben Gewässern Liechtensteins schwimmen. Über ihnen kreisen die Haifische. Da wäre mal der Fall Kindler. Eine Stiftung, in der Immobilien im Wert von 500 Millionen, vielleicht sogar noch viel mehr stecken. Erworben und erarbeitet vom Stifter, der die Verwaltung und Nutzniessung einem Brüderpaar übergab. Und nicht im Traum, nicht im Alptraum daran gedacht hätte, dass sich zwei Liechtensteiner Treuhänder diese Stiftung unter den Nagel reissen. Und das geschützt durch die Liechtensteiner Fürsten-Justiz auch fröhlich seit Jahr und Tag in klingende Münze umsetzen.
Dann gibt es den Fall Bacardí. Die Witwe des Haupterben des weltberühmten Rum-Konzerns kämpft seit Jahren darum, dass ihrer Tochter wie von ihrem verstorbenen Mann vorgesehen, ein Milliardenfonds ausgehändigt wird. Nö, sagen, die verwaltenden Treuhänder, kä Luscht. So sagen sie es natürlich nicht, aber geschützt von der Liechtensteiner Justiz schmettern sie alle Versuche der Witwe ab, ihre Tochter in Besitz des Vermögens zu setzen. In jedem Jahr, das dabei verstreicht, kassieren die Verwalter Unsummen aus der Verwaltung.
Dann gibt es den Fall Agnelli. Die Erben des italienischen Tycoons raufen sich seit vielen Jahren um viele Milliarden, von denen einige auch in Liechtenstein verstaut sind oder von Liechtensteiner Treuhändern verwaltet werden. Auch sie haben null Interesse daran, von diesen Futtertrögen entfernt zu werden.
In all diesen Fällen spielt die Dynamik der grossen Summe. Ein Prozent von 1000 Franken sind vergleichsweise läppische 10 Franken. Wer also zehn Prozent Verwaltungsgebühr, Kick-backs, Retrozessionen und andere Formen der Bereicherung auf 1000 Franken verdient, kriegt popelige 100 Franken.
Bei einer Million sieht es schon etwas anders aus. Da sind 10 Prozent bereits 100’000 Franken. Aber das ist natürlich für einen Liechtensteiner Treuhänder ein besseres Trinkgeld, davon kann er sich höchstens einen einzigen Rolls-Royce kaufen, und den auch nur als Okkasion.
Bei 100 Millionen fängt die Sache langsam an, Spass zu machen, da sind 10 Prozent bereits 10 Millionen. Aber richtige Glücksgefühle brechen bei einer halben oder gar einer ganzen Milliarde aus. Da sprechen wir dann von 50 oder 100 Millionen. Pro Jahr, versteht sich. Für die gleiche überschaubare Arbeit, die entsteht, wenn lediglich 100’000 Franken gemanagt werden.
Das ist das ganze Geheimnis der Geldverdienerei in Liechtenstein. Umso grösser die Summe, auf der der Treuhänder sitzt, desto grösser sein Gewinn. Von Verdienst kann dabei allerdings keine Rede sein.





Liechtenstein ist wie die Hütchenspieler. Die meisten Menschen wissen, dass sie bei Hütchenspielern betrogen werden, es finden sich aber immer wieder neue Touristen, die immer noch meinen, sie hätten eine Chance bei den Hütchenspielern. In der Schweiz, Österreich und Deutschland kann kein Rechtsanwalt, Anlageberater oder Banker, der einen Fernseher hat (siehe ARD Mediathek «Liechtenstein: Erben kämpfen um ihr Geld) oder Zeitung liest (z.B. NZZ vom 1. Oktober 2023 ‹Im Ländle regiert Richter Kafka› usw.) noch eine Stiftung in Liechtenstein empfehlen, ohne ein Haftungsrisiko einzugehen, da inzwischen bekannt ist, dass untreue Treuhänder im kollusiven Zusammenwirken mit der Liechtensteinischen Justiz ausländische Stiftungsräte und sogar Begünstigte einfach abservieren und dann Stiftungen plündern. Das hat sich inzwischen herumgesprochen und ist ein Wissen, dass sich jeder Rechtsanwalt, Anlageberater oder Banker in der Schweiz, Österreich oder in Deutschland zurechnen lassen muss. So bleiben eben noch die nicht-deutschsprachigen Ausländer, ob diese beispielsweise aus Serbien oder Brasilien kommen. Nur dürfen die nicht über Schweizer Rechtsanwälte, Anlageberater oder Banker kommen, denn die können Liechtenstein eben heute nicht mehr ohne Haftungsrisiko empfehlen. Dann viel Erfolg bei den Hütchenspielern.
Das Dekantieren ist in Liechtenstein seit mindestens 10 Jahren gängige Praxis. Es geht nicht nur um die ganz großen Stiftungen, sondern auch um viele kleinere. Untreue Treuhänder kapern mit tatkräftiger Hilfe der Liechtensteiner Gerichte Stiftungen. Es gibt unzählige Fälle, inzwischen weiss jeder, dass dies gängige Praxis ist und nicht nur „bedauerliche Einzelfälle sind“. Dass es „bedauerliche Einzelfälle“ seien, wird offiziell verkündet oder schwindeln die Liechtensteinischen Rechtsanwälte ihren ahnungslosen Mandanten vor. Dies, obwohl die Justizministerin, die Treuhandkammer und die Rechtsanwälte ganz genau wissen, Dass es sich eben nicht um Einzelfälle, sondern um ein System handelt. Da es aber ein äusserst lukratives System für das Land, die untreuen Treuhänder sowie auch die Rechtsanwälte im Land ist, unternimmt niemand etwas dagegen, auch die Treuhandkammer, die Justizministerin und der Erbprinz nicht. Ein Haifischbecken eben..
Die Stiftungsräte Dr. Martin Batliner und Philipp Wanger (Fall Kindler) sowie Dr. Bernhard Lorenz (Bacardi Fall) sind durch die vielen Berichte in Zeitungen und im Fernsehen sicher die bekanntesten Stiftungsräte in Liechtenstein. Und nach dem Fürsten und dem Erbprinzen dürften Sie die bekanntesten Liechtensteiner geworden sein.
Über den Fall Kindler wurde ja vor ein paar Tagen an dieser Stelle und auch in Inside Paradeplatz berichtet.
https://untreuhaender.li/2024/03/08/justiz-nach-fuerstenart/
Wenn das Gericht die beiden Liechtensteiner Treuhänder nicht abberuft, obwohl sich diese nach den Berichten 50‘000 – 75‘000 Franken pro Person im Monat an Honorar aus der Stiftung nehmen, dem Begünstigten dessen Informationsrecht entzogen haben und dann sogar noch dessen Begünstigung entzogen haben, dann macht sich das Gericht doch zum Komplizen dieser Plünderung. Dann wäre nichts mehr sicher in Liechtenstein. Bitte weiter über den Fall berichten.
Wenn die beiden Stiftungsräte damit durchkommen, sich monatlich 50 – 75‘000 Fr. aus der Stiftung zu nehmen, dem Begünstigten erst dessen Informationsrecht zu rauben und ihm dann noch seine Begünstigung zu entziehen, dann zeigen sie allen anderen Treuhändern im Ländle, wie es richtig geht, wie man richtig das grosse Geld abgreifen und die Begünstigten kalt stellen kann. Die beiden Treuhänder hätten dann eine Bedienungsanleitung geschaffen, wie man ohne jede Konsequenz ungestört eine Stiftung ungehindert und unkontrolliert plündern kann.
Über den Fall Kindler mit den beiden Liechtensteiner Treuhändern Martin Batliner und Philipp Wanger hat kürzlich schon die NZZ in ihrem Artikel „Im Ländle regiert Richter Kafka“ berichtet.
https://www.nzz.ch/wirtschaft/im-laendle-regiert-richter-kafka-ld.1782602.
Und selbst vor Kurzem das deutsche Fernsehen in der ARD Sendung Plusminus
https://www.ardmediathek.de/video/plusminus/liechtensteinische-stiftungen-erben-kaempfen-um-ihr-geld/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3BsdXNtaW51cy8zM2JiZjVkZS1jNGYxLTRiOWEtODdjOC01NDBiNDI5OTNhYjk
Das Kapern und Plündern von Stiftungen mit Hilfe der Gerichte hat in Liechtenstein System. Die Stifter oder Begünstigten werden mit Unterstützung der Gerichte aus dem Stiftungsrat gekegelt und die Liechtensteinischen Stiftungsräte haben sodann unkontrollierten Zugriff auf das Stiftungsvermögen. Gegen etwaige Abberufungsverfahren schützen wiederum die Gerichte, als Kriegskasse verwenden die kapernden Treuhänder das Stiftungsvermögen. Die Gerichte ziehen die Verfahren gegen die Liechtensteiner Stiftungsräte in endlose Länge. Zuletzt wieder genauso gesehen bei den Liechtensteiner Stiftungsräten B. und W. Und der Erbprinz und die Regierung schauen zu und tun so, als wüssten sie von nichts.