Eigentlich könnte es doch grossartig laufen im Ländle.
Liechtenstein hat eine beneidenswert aktive Industrie. Liechtenstein hat einen beneidenswert umfangreichen Finanzplatz. Liechtenstein hat keine eigene Armee und keine eigene Währung. Wo andere Staaten einen militärisch- industriellen Komplex haben, hat Liechtenstein einen monarchisch-finanziellen Komplex.
Die Fürstenfamilie ist einerseits für die Folklore zuständig, mit Fürst, herrschendem Erbprinz und Seine Durchlaucht. Auf der anderen Seite ist die Fürstenfamilie knallhart im Geschäft, mit ihrer eigenen Bank LGT, die fürstliche geführt wird – und hochprofitabel ist.
Als ob das die Fürstenfamilie nötig hätte. Alleine ihre Kunstsammlung ist Unsummen wert, dazu Immobilien an bester Lage in Wien, eine eigene Bank und ein Vermögen von schätzungsweise 5 Milliarden Franken. Können auch ein paar mehr sein, man weiss da nichts Genaues.
Und wenn sie nicht gestorben sind, so ein märchenhaftes Leben könnten alle in Liechtenstein führen. Dazu ein wenig Tourismus, von begeisterten Fans der Natur und der diskreten Banken. Seitdem die die Schwarzgeldkonten geräumt haben und dem Automatischen Informationsaustausch beigetreten sind, flattern nur noch blütenweisse Scheine in die tiefen Tresore.
Liechtenstein wäre dann eigentlich die bessere Schweiz. Wer’s noch pünktlicher, akkurater, genauer, präziser, vielleicht auch etwas seriös-bünzlig mag, der vertraut auf Liechtenstein. Viel weniger mondän als Monaco, dafür aber grundsolide langweilig.
Das könnte eine fantastische USP sein und noch viel mehr Geld in die fürstlichen Kassen spülen, wobei auch für die Untertanen das eine oder andere abfiele.
So könnte es sein. Warum ist es nicht so? Weil eine kleine, radikale Minderheit von nicht einmal 140 Treuhändern ausser Kontrolle geraten ist. Natürlich nicht alle, sicherlich gibt es auch den seriösen Liechtensteiner Treuhänder, der zwischen meins und seins unterscheiden kann und diesen Unterschied auch respektiert. Der zwar hübsch für seine Dienstleistungen abgreift, aber nicht unverschämt wird. Der seinem Namen alle Ehre macht und zu treuen Händen Übergebenes im Sinne des Stifters verwaltet.
Diesen seriösen Treuhänder gibt es. Er ist nur so verdammt schwer zu finden.
Denn es gibt allzu viele Untreuhänder, die sich bereichern, keinerlei Skrupel kennen, für die Anstand und Moral zwei Fremdwörter sind, die sie gerne zum Einseifen von Kunden verwenden, um sich hinter dessen Rücken darüber schiefzulachen.
Dank ihnen wird Recht zu Unrecht, wehrt sich ein gerupfter Stifter oder Stiftungsrat oder Begünstigter, dann wissen sie die fürstliche Justiz auf ihrer Seite.
Es braucht nur eine gewisse Schamlosigkeit, um mit treuem Augenaufschlag offenen Diebstahl als reine Schutzmassnahme für den Erhalt des Stifterwillens darzustellen. Es braucht nur ein eklatant fehlendes Unrechtsbewusstsein, um im Gestus der moralischen Entrüstung jegliche Kritik am geldgierigen Verhalten entschieden zurückzuweisen.
Wer einmal einem solchen Prozess beigewohnt hat, wo ein um seine Stiftung gebrachter Betrogener versucht, das zurückzubekommen, was immer schon seins war, der muss die Indolenz, die Amoral, die völlige Abwesenheit eines Gewissens bei diesen Untreuhändern angewidert bewundern.
Deren Interesse ist klar. Die Frage ist nur: wieso lässt die Fürstenfamilie das geschehen? Wer sich so lange und erfolgreich an der Macht hält und als Kleinststaat überlebt, ist clever. Das Fürstenhaus weiss um diese schlimmen Zustände, um die nicht abreissende Kette von Skandalen.
Sie könnte als absolutistisches Herrschergeschlecht, das Politik, Justiz und alle Staatsmacht in der Hand hat, diesen grossen Fleck auf der Weste mit einem Federstrich wegsäubern. Wir wollen nicht mehr, dass Stiftungen dekantiert werden, ausgeräumt, beraubt, dass Stifter abgesägt werden, Begünstigte einen Tritt in den Hintern bekommen. Wir wollen nicht mehr, dass sich Untreuhänder unverschämt bereichern, von Dienstleistern zu Usurpatoren werden.
Das alles könnte der herrschende Erbprinz im Namen des Fürsten verkünden, und Schluss wäre damit. Den Schaden hätte nur eine Handvoll Unterhänder, die sich einen anständigen beruf suchen müssten. Den Gewinn hätten alle anderen. Das ganze Ländle.
Warum tut das der Fürst dann nicht?




Ist der Erbprinz zu schwach um durchzugreifen? Warum lässt er sich den Ruf seines Landes durch nur ein paar gierige Treuhänder, die sich unkontrolliert bereichern und Stiftungen plündern, kaputt machen? Entweder will er nicht durchgreifen oder er kann nicht durchgreifen.
Der Fürst und der Erbprinz wissen ganz genau, dass untreue Treuhänder zusammen mit dem Gericht ausländische Stiftungsräte abservieren und dann Stiftungen plündern. Sie wissen und dulden dies. Damit machen sie sich mitschuldig.
2018 nannte Präsident Donald Trump Haiti, El Salvador und andere Länder „shithole countries“. Ob er auch Liechtenstein genannt hat, weiss ich nicht.
Liechtenstein muss dringend etwas tun, damit die Plünderung von Stiftungen durch untreue Treuhänder mithilfe der Liechtensteinischen Gerichte aufhört. Jeder weiss, dass dies keine Einzelfälle sind, sondern ein Schema ist. Sollte sich das nicht sofort ändern, hat Liechtenstein als Stiftungsstandort keine Chance mehr, sobald die Schweiz die Familienstiftung wieder einführt.
Was faul ist im Staate Liechtenstein?
1. Die Staatsform
2. Die Untreuhänder
3. Die Justiz
Als Liechtensteiner ärgere mich mich darüber, dass es diese Internetseite gibt. Aber es gibt sie nur deswegen, weil leider, leider immer und immer wieder untreue Treuhänder mit tatkräftiger Unterstützung von untreuen Richtern Stiftungen ausnehmen und dekantieren. Dieses Schema ist jedem im Land bekannt. Der Erbprinz, der dies selbstverständlich weiss, sollte endlich etwas dagegen unternehmen. Mit jedem Fall werden ein oder zwei Treuhänder sehr reich gemacht, wird aber der Schaden für uns alle im Land und auch für die Zukunft unserer Kinder immer grösser. Wir, das Volk, werden dafür geopfert, dass immer und immer wieder ein paar Treuhänder reich gemacht werden. Es reicht! Es geht nicht nur um die Treuhänder, sondern um uns alle im Land. Und um unsere Kinder! Es reicht!!!
Liechtenstein ist wie die Hütchenspieler. Die meisten Menschen wissen, dass sie bei Hütchenspielern betrogen werden, es finden sich aber immer wieder neue Touristen, die immer noch meinen, sie hätten eine Chance bei den Hütchenspielern. In der Schweiz, Österreich und Deutschland kann kein Rechtsanwalt, Anlageberater oder Banker, der einen Fernseher hat (siehe ARD Mediathek «Liechtenstein: Erben kämpfen um ihr Geld) oder Zeitung liest (z.B. NZZ vom 1. Oktober 2023 ‚Im Ländle regiert Richter Kafka‘ usw.) noch eine Stiftung in Liechtenstein empfehlen, ohne ein Haftungsrisiko einzugehen, da inzwischen bekannt ist, dass untreue Treuhänder im kollusiven Zusammenwirken mit der Liechtensteinischen Justiz ausländische Stiftungsräte und sogar Begünstigte einfach abservieren und dann Stiftungen plündern. Das hat sich inzwischen herumgesprochen und ist ein Wissen, dass sich jeder Rechtsanwalt, Anlageberater oder Banker in der Schweiz, Österreich oder in Deutschland zurechnen lassen muss. So bleiben eben noch die nicht-deutschsprachigen Ausländer, ob diese beispielsweise aus Serbien oder Brasilien kommen. Nur dürfen die nicht über Schweizer Rechtsanwälte, Anlageberater oder Banker kommen, denn die können Liechtenstein eben heute nicht mehr ohne Haftungsrisiko empfehlen. Dann viel Erfolg bei den Hütchenspielern.