Er gibt huldvoll einen Einblick in seine Kunstsammlung.

Im Gartenpalais zu Wien öffnet die fürstliche Familie, also alle Durchlauchtigen, anderthalb Monate lang die Pforten, damit der Plebs mal einen Blick darauf werfen darf, was sich die Fürstenfamilie im Verlauf der Jahrhunderte so alles unter den Nagel, Pardon, welche Kunstwerke sie geruhte anzukaufen, auf dass der huldvolle Blick des jeweiligen Fürschten wohlgefällt darauf ruhen konnte.

Schon 1684 sanierte Johann Adam Andreas I. die fürstlichen Finanzen, die immer mal wieder in Unordnung gerieten, bis der aktuelle Fürst Hans-Adam II. dafür sorgte, dass ein Milliardenvermögen niemanden in der Familie mehr dazu zwingen wird, am Hungertuch zu nagen.

Neben der fürstlichen Bank dient vor allem die umfangreiche Kunstsammlung als Spargroschen. Rubens, van Dyck, alleine in den letzten 30 Jahren sei die fürstliche Sammlung um stolze 1000 Werke angewachsen, erzählt der Direktor.

30’000 Objekte beherbergt das Wiener Gartenpalais, natürlich auch in fürstlichem Besitz. Aber 2011 entschloss man sich, den Palast zuzusperren – mangelnde Besucherzahlen. Geschäftstüchtig, wie man ist, vermietet man die opulenten Räume für Veranstaltungen. Ausser diese anderthalb Monate lang.

«The Princely Collection» heisst das Motto. Zwischen dem 16. Februar und dem 1. April lohnt sich deswegen eine Reise nach Wien ohne Scherz. Denn hier erlebt der Besucher etwas, was ihm sonst im ganzen Fürstentum niemals widerfährt: der Eintritt ist gratis. Frei. Umsonst. Also gut, ausser, man bucht eine Sonderführung. Die kostet dann 15 Euro pro Nase, was ja auch nicht so viel ist.

Schon alleine das Palais (samt Garten) ist eine Augenweide. Von den Kunstobjekten ganz zu schweigen. Man darf einfach nicht so genau nachschauen, wie und vor allem mit welchem Geld die eigentlich erworben wurden. Solche Bemerkungen hört nämlich S.D., Seine Durchlaucht, gar nicht gerne; und wer möchte sich schon den fürstlichen Zorn zuziehen, statt dass huldvolle Vornehmheit herrscht, Kratzfuss, gschamigster Diener.

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