Manchmal muss man nur eine unkonventionelle Idee haben.
Liechtensteins Treuhänderunwesen oder Untreuhänderwesen ist ein Sumpf. Es ist nur deswegen kein schreiender Skandal, weil bislang der Deckel auf dem Topf mit ungeniessbarem Gebräu hält. Einzelfälle, schwarze Schafe, ansonsten sauberes, seriöses, kompetentes, anständiges Handeln zu treuen Händen.
So geht die Mär.
Die Wirklichkeit sieht anders aus, wie untreuhaender.li unermüdlich belegt.
Aber man muss sich natürlich fragen: was ist die Lösung? Wie säubert man den Finanzplatz Liechtenstein von der Herde schwarzer Schafe? Wie vermeidet man weitere Beschädigungen seiner Reputation?
Es gäbe da eine Möglichkeit. Denn schliesslich ist Liechtenstein die letzte absolutistische Monarchie Europas, wo der Fürst, bzw. sein amtierender Erbprinz, fast unbeschränkte Macht hat. Gesetze bedürfen seiner Zustimmung, im Parlament bewegt sich kein Blatt, ohne dass er zuvor huldvoll sein Einverständnis gegeben hat. Also könnte doch der Fürst oder sein Erbprinz …
Aber leider sieht es so aus, als wolle das Fürstenhaus dem schändlichen Treiben weiterhin zuschauen, wegschauen, die Augen davor verschliessen.
Was tun? Die «Welt am Sonntag» hat da eine Idee, auf die wir ehrlich gesagt nie gekommen wären. In der Kolumne «Zipperts Wort zum Sonntag» macht sich der Autor Gedanken, welchen Gegner die marode deutsche Bundeswehr eigentlich noch angreifen, bzw. besiegen könnte. Da kommen ihm die Salomonen oder Tuvalu in den Sinn, aber der schlechte Zustand der deutschen Marine würde solche Pläne zunichte machen.
Dann aber der Geistesblitz, den wir hier zitieren wollen:
«Da wäre Liechtenstein die ideale Option, ein schwerreiches Fürstentum, ohne eigene Armee. 56 Milliarden Euro hat der regierende Fürst jederzeit in der Portokasse, die sich die Bundeswehr ohne grösseres Blutvergiessen aneignen könnte. Um weitere Milliardenlöcher zu verhindern, muss man den Zwergenstaat anschliessend natürlich zu regelmässigen Schutzgeldzahlungen verpflichten.»
Ein guter Gedanke, dem wir durchaus etwas abgewinnen können. Nur ist er nicht vollständig zu Ende gedacht. Mit den Schutzgeldern sollten dann noch alle betrogenen Besitzer oder Begünstigten von Stiftungen entschädigt werden, dann wäre es ein rundum perfekter Plan.




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